Österreich-Ungarische Austro-Daimler Artilleriezugmaschine M 17 mit Munitionsanhänger von MGM in 1/72

Das Vorbild:
Die k. u. k. Armee suchte 1916 nach einer leistungsfähigeren Zugmaschine , um ihre schweren 30,5 cm Mörser zu bewegen. Die Wahl fiel wieder auf Austro-Daimler, weil man mit anderen Herstellern schlechte Erfahrungen gesammelt hatte. Das neue Fahrzeug besaß Allradantrieb und eine Seilwinde und konnte ein Gewicht von 24 t ziehen. Die vier gleichgroßen Räder aus Stahl hatten einen Durchmesser von 1,50 m und sparten zugleich kostbaren Gummi ein. Der 4-Zylinder-Motor entwickelte 80 PS. Auf der Ladepritsche konnten 11 Granaten mitgenommen werden; die übrigen fanden auf dem 5 t Munitionsanhänger Platz, der auch mit Stahlreifen ausgestattet war. Die Angaben über die produzierten Fahrzeuge schwanken zwischen 138 und 1000 Stück. Einige Exemplare sollen auch an das verbündete deutsche Heer geliefert worden sein.

Das Modell: Das gelbliche Resin ist sehr hart und leicht brüchig. Vorsicht ist v.a. beim Entgraten der Eisenräder und Einstiegsleitern (schlimmstenfalls muß man sie aus Draht selber machen) geboten. Viele dicke Angüsse müssen mit der Trennscheibe entfernt werden. Leider gibt es für die vielen Kleinteile keinen genauen Hinweise, wo sie anzubringen sind. Einige Teile habe ich ergänzt: zwei Kotflügelhalter aus dünnem Draht.Eine kleine Lampe landete auf dem linken Kotflügel. Eine große Lampe wurde mittig vor dem Kühlergrill auf einer Halterung befestigt, die einem umgedrehten V ähnelt. Eine Anlasserkurbel wurde rechts vorne (nicht mittig!) angebracht. Zwei Nummernschilder wurden aus Plastiksheet selbst angefertigt. Ein längliches gehört vor den Kühlergrill und ein schmales hinten rechts unter die Ladefläche. Die Nummernschilder waren weiß mit schwarzer Beschriftung z.B. AVIII234. Einige Holzkisten und ein Ölfaß fanden auf den Pritschen Platz. Da ich keine genauen Informationen über die Farbe der k. u. k. Fahrzeuge habe, nahm ich ein helles Grün (Humbrol 159), das für österreichische Geschütze belegt ist. Manchmal besaßen die Fahrzeuge auch Einheitsbezeichnungen als weiße Aufschriften. Michael Gohres hat als Ergänzung einen sehr schönen Satz sitzender Figuren herausgebracht: einen Fahrer, einen Offizier mit steifem Kepi ("künstliches Hirn") und Säbel sowie zwei Beifahrer. Es empfiehlt sich, das Lenkrad erst nach dem Bemalen von Fahrer und Beifahrer zu befestigen. Die Uniformen habe ich in einem eher dunklen Feldgrau gehalten, wie es nach 1916 üblich war. Ein schmaler senkrechter roter Streifen am Kragen markiert die Waffengattung. Nicht zu vergessen sind die gelb-schwarzen Kokarden an den Feldmützen.

Fazit:
Ein sehr schönes und detailliertes Modell, das hoffentlich weitere k. u. k. Fahrzeuge nach sich zieht. Es kann manchmal schwierig werden, alle vier Räder auf den Boden zu bekommen. Leider gibt es zu wenig Informationen in Literatur und Internet.

Jörg Schneider (IMM 279)

Fotos: Jürgen Hartmann

(c) Jörg MM 279