| "Dein
Soldat schielt!" oder Fliegerdreibein 34 mit verstellbaren Aufsatzstück |
Das
Ende.., oder Just out of the box - die Luftfaust | | | Die
Vignette stellt einen Soldaten bei der Luftraumbeobachtung dar. Bewaffnet mit
einem Fernglas und genügend Optimismus schaut der Landser im Herbst 1944 in den
französischen Himmel. Grübelnd reibt er sich sein Kinn. Die Figur stammt von Tamiya's
Besatzung für das Sd.Kfz. 7/1. Hier wurden Körper, Arme und Kopf für eben diese
Haltung zusammengeführt. Am Rande des Sockels (Hornbach; Abdeckung mit Kugel für
Torpfosten) steht er neben seiner Waffe im schlammigen Untergrund. Da meine Erfahrung
in der Figurenbemalung eher unterausgeprägt ist, habe ich mich bei der Uniformfarbe
für ein fröhliches Feldgrau entschieden. Zudem hatte ich kaum Vorbildmaterial,
so dass inhaltlich diese Kombination wohl zu Diskussionen führen könnte. Mein
Schwerpunkt liegt nun mal bei der Flak. Für die Bemalung der gesamten Vignette
habe ich die Farbpalette von Vallejo - Basis ist die Nr. 102 Feldgrau - genutzt.
Das eigentliche Modell, das Fliegerabwehr-MG 42 kommt aus einem der aktuellen
Dragon-Bausätze. Das Flieger-Visier 15/38 (Kreiskorn) ist ein Ätzteil eines leider
nicht mehr existierenden hannoverschen Händlers. Das Dreibein habe ich dem älteren
Tamiya-Waffensatz entnommen. Zunächst wurde die MG-Halterung entfernt und durch
ein selbst angefertigtes Messingteil ersetzt. Die Höhenverstellung des Dreibeins
wurde ebenfall ergänzt. Wo vorher eine Verdickung war, befindet sich jetzt eine
Schelle mit passender Verbindung. Weiterhin habe ich den Tragegurt angebracht,
der ebenfalls aus Ätzteilresten besteht. Eben mal ein Modell anzufertigen, war
dann doch eine besondere Herausforderung. Zwei Dinge noch: Warum fehlt eigentlich
der Munitionsgurt, warum schielt der Mensch… und warum fällt mir dies erst jetzt
auf?!?
Quelle: Waffen-Arsenal, Deutsche Flugabwehrmaschinengewehre.., Band 156

| Fast
zeitgleich mit der Idee zum Bau des Fliegerabwehr-MG las ich einen Internetbericht
zur Luftfaust. Da meine Toreinfahrt zwei Pfosten hat und ein Sockel noch übrig
war, lag der Gedanke nah, "Modell" und Soldat auch als Vignette darzustellen.
Die Szene: In der Nähe der Erprobungsstelle stellt sich der Schütze dem fiktiven
Luftfeind. Auf einem gepflügten Feld blickt er durchs Visier. Der Untergrund -
mit brauner und schwarzer Farbe etwas Leben eingehaucht - kommt aus dem Eisenbahnzubehör.
Die Figur nebst Waffe wird von Dragon (Nightfighter) angeboten. Der Zusammenbau
wurde ohne weitere Veränderungen nach Bauplan vorgenommen und dies war ein grundlegender
Fehler. Denn wie kann ein Gesicht bemalt werden, wenn Wange an Waffe liegt? Und
weshalb wird der Mann mit Munitionstaschen für ein Sturmgewehr ausgestattet, der
Köcher für die 2cm Munition der Luftfaust aber fehlt? Gehen wir einfach davon
aus, dass der Köcher am Feldrand liegt und der Schütze gerade vom Wachdienst kam…
Die Details der Luftfaust sind grundsätzlich stimmig, in ihrer Feinheit jedoch
ungenügend. Hier könnte durch Einzelrohre eine erhebliche Verbesserung erreicht
werden. Am Ende muss ich auch hier feststellen, dass eben mal eine Figur mit Waffe
darzustellen schlicht nicht möglich ist. Zumindest, wenn ein Anfänger am Werk
ist. Übrigens: Mein Soldat kann neben dem Flugzeug gleichzeitig die Luftwaffenhelferin
anvisieren…
Quelle: Nuts&bolts, Nr. 8

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Beide
Vignetten sind Erstlingswerke und stellen gleichzeitig das Ende in dieser Disziplin
dar. Diese Waffen wirken eben nur im Zusammenspiel mit einer Figur. Aus dem Kasten
gebaut fallen die fehlenden Details in größeren Dioramen sicher nicht auf. Doch
in meinem Beispiel sind Verfeinerungen nahezu Pflicht. Ob Fahrzeug oder Einzelwaffe
offenbart sich doch schnell, dass eine vorherige Recherche manchen Mangel ausmerzen
lässt. Und hierfür sind Bauberichte auch gut. Als Fazit meines Ausflugs in die
Figurenmalerei: Nie wieder werde ich kritisch den Silberblick bei Figuren anmerken! |