Bulgarischer Fahrpanzer aus dem 1. Weltkrieg von B. K. Modelcraft in 1/76

Das Vorbild:
Zu diesem Diorama wurde ich von einem Foto in Jochen Vollerts Zeitschrift "Tankograd Militärfahrzeug" angeregt: es zeigt zwei erbeutete Fahrpanzer im Armeemuseum von Athen (ein weiteres Exemplar steht übrigens in Brüssel). Beim Fahrpanzer handelt es sich um eine 5,3 cm Schnellfeuerkanone in fahrbarer Panzerlafette, die zur Verteidigung von Festungen als bewegliche Artilleriereserve gedacht war. Von den 1889 in Deutschland eingeführten Geschützen wurde eine unbekannte Anzahl nach Bulgarien verkauft und im Ersten Weltkrieg an der Mazedonienfront eingesetzt. Die 2,9 t schweren Türme konnten durch Lkw oder Pferdegespanne beweglich gemacht werden. Die Höchstschußweite der 1,66 kg schweren Granaten betrug 2,7 km.

Das Modell:
Der Bausatz besteht aus nur zwei Resinteilen (Unterteil mit vier Laufrollen und einem Schutzwall aus Beton) und vielen Weißmetallteilen (Kuppel mit Rohr, ein Stück Feldbahngleis etc.). Da der Turm innen hohl gegossen ist, ist eine Inneneinrichtung möglich. Die beiden mitgelieferten Sitze für die Bedienung habe ich durch verfeinerte eigene Exemplare ausgetauscht. Zusätzlich erhielt der weiß bemalte Innenraum einen Zahnkranz. Die beiden Türen habe ich offen angeklebt, um einen Blick ins Innere zu ermöglichen. Der Fahrpanzer erhielt außen einen dunkelgrünen Anstrich mit einer weißen kyrillischen Kennung. Zwei Kanoniere schieben den Geschützturm mit Muskelkraft nach vorne, um einen feindlichen Angriff abzuwehren. Die vier bulgarischen Artilleristen mit ihren breiten Tellermützen stammen von Hät (russische Infanterie), Emhar (britische Infanterie) oder sind Airfixumbauten (deutsche Infanterie). Bis auf den Offizier in einer neuen feldgrauen Uniform tragen alle übrigen die veraltete, aber typische tabaksbraune Uniform. Die Feuerstellung entstand aus vier Stücken Styropor, die zurechtgeschnitten und mit Gips verkleidet wurden. Die Vegetation wurde bewußt spärlich gehalten. Dafür erhielt der Betonwall ein Tarnnetz mit Küchenkräutern.

Fazit:
Wieder ein gelungenes, absolut exotisches Modell der englischen Firma. Mit etwas Nachhilfe entsteht ein Geschützturm in der Größe von R2D2 (doch das ist eine andere Geschichte).

Literatur:
Jäger, Herbert: German artillery of World War One, 2001
Osprey Men-at-Arms 356: Armies in the Balkans 1914-1918

Jörg Schneider (IMM 279)

(c) Jörg Schneider IMM 279