Das
Vorbild:
Zu diesem Diorama wurde ich von einem Foto in Jochen Vollerts Zeitschrift
"Tankograd Militärfahrzeug" angeregt: es zeigt zwei erbeutete Fahrpanzer
im Armeemuseum von Athen (ein weiteres Exemplar steht übrigens in Brüssel).
Beim Fahrpanzer handelt es sich um eine 5,3 cm Schnellfeuerkanone in
fahrbarer Panzerlafette, die zur Verteidigung von Festungen als bewegliche
Artilleriereserve gedacht war. Von den 1889 in Deutschland eingeführten
Geschützen wurde eine unbekannte Anzahl nach Bulgarien verkauft und
im Ersten Weltkrieg an der Mazedonienfront eingesetzt. Die 2,9 t schweren
Türme konnten durch Lkw oder Pferdegespanne beweglich gemacht werden.
Die Höchstschußweite der 1,66 kg schweren Granaten betrug 2,7 km.
Das Modell:
Der Bausatz besteht aus nur zwei Resinteilen (Unterteil mit vier Laufrollen
und einem Schutzwall aus Beton) und vielen Weißmetallteilen (Kuppel
mit Rohr, ein Stück Feldbahngleis etc.). Da der Turm innen hohl gegossen
ist, ist eine Inneneinrichtung möglich. Die beiden mitgelieferten Sitze
für die Bedienung habe ich durch verfeinerte eigene Exemplare ausgetauscht.
Zusätzlich erhielt der weiß bemalte Innenraum einen Zahnkranz. Die beiden
Türen habe ich offen angeklebt, um einen Blick ins Innere zu ermöglichen.
Der Fahrpanzer erhielt außen einen dunkelgrünen Anstrich mit einer weißen
kyrillischen Kennung. Zwei Kanoniere schieben den Geschützturm mit Muskelkraft
nach vorne, um einen feindlichen Angriff abzuwehren. Die vier bulgarischen
Artilleristen mit ihren breiten Tellermützen stammen von Hät (russische
Infanterie), Emhar (britische Infanterie) oder sind Airfixumbauten (deutsche
Infanterie). Bis auf den Offizier in einer neuen feldgrauen Uniform
tragen alle übrigen die veraltete, aber typische tabaksbraune Uniform.
Die Feuerstellung entstand aus vier Stücken Styropor, die zurechtgeschnitten
und mit Gips verkleidet wurden. Die Vegetation wurde bewußt spärlich
gehalten. Dafür erhielt der Betonwall ein Tarnnetz mit Küchenkräutern.
Fazit:
Wieder
ein gelungenes, absolut exotisches Modell der englischen Firma. Mit
etwas Nachhilfe entsteht ein Geschützturm in der Größe von R2D2 (doch
das ist eine andere Geschichte).
Literatur:
Jäger, Herbert: German artillery of World War One, 2001
Osprey Men-at-Arms 356: Armies in the Balkans 1914-1918
Jörg Schneider (IMM 279)