"Gretchen", der weibliche A7V. Ein leichter Umbau von Emhar in 1/72

Das Vorbild:
Als vom deutschen Heer im 1. Weltkrieg der Sturmpanzerkraftwagen A7V entworfen wurde, bereitete der Gedanke an die Ausstattung mit geeigneten Geschützen Kopfzerbrechen. Um den rechtzeitigen Einsatz bei der großen Frühjahrsoffensive 1918 nicht zu gefährden, sollten die ersten Serienfahrzeuge nur mit Mg und Flammenwerfern ausgerüstet werden. Allerdings fuhr nur der Wagen 501 mit der Bewaffnung von acht Mg 08 im Frühjahr in den Einsatz. Im Sommer 1918 erhielt auch dieser Female eine Nachrüstung in Form einer Kanone und diente bis zum Waffenstillstand.

Das Modell:
Für unseren Umbau benötigen wir zwei Plastikmodelle. Aus dem zweiten Bausatz entnehmen wir nur die Rückseite und zwei zusätzliche Mg (aus dem Rest könnten man einen ungepanzerten Überlandwagen bauen). Von der Heckplatte, die nunmehr unsere neue Frontplatte bildet, entfernen wir die herzförmige Notausstiegsluke. Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, daß die Kettenlaufwerke einen gleichmäßigen Abstand zu Vorder- und Rückseite aufweisen. Dieser Punkt erleichtert das spätere Montieren des Panzeraufbaus. Da sich das Antriebsrad nur am Heck (siehe Antriebswelle am Boden) befindet, sollten am Leitrad vorne alle Zähne entfernt werden. Auf das rechteckige Schutzblech am Bug kleben wir ein drittes Scharnier. Die Auspuffgitter auf der Oberseite und der Fahrerluke habe ich vor dem Einbau mit schwarz lackiertem Plastiksheet unterlegt, da man später mit dem Pinsel schlecht hin kommt. Der Panzer erhält einen grauen Grundanstrich. Zusätzlich bekommt die unteren Panzerwanne einen wellenförmigen Streifen in Dunkelbraun. Den weiblichen Wagen 501 kann man in zwei Versionen dekorieren: 1.) Als Fahrzeug der Abteilung I beim ersten Einsatz bei St. Quentin im März 1918. Der unter den Abziehbildern vorhandene Totenkopf (allerdings ohne Knochen !) kommt an die Wannenfront, je ein Eisernes Kreuz an die übrigen Wannenseiten. 2.) Als Fahrzeug der Abteilung III im Gefecht von Villers-Bretonneux im April 1918. Hier müssen zwei schwarze Schriftzüge "Gretchen" selbst angefertigt werden und an Bug bzw. Heck angebracht werden. Dabei war der erste Buchstabe weiß umrandet. Eiserne Kreuze befanden sich an allen vier Wannenseiten.

Fazit:
Das Emharmodell zeichnet sich durch seine Detaillierung und seinen geringen Preis aus. Einige Probleme kann es bei der Montage des Panzeraufbaus geben. Hier empfiehlt es sich, alle Teile noch im feuchten Zustand zu korrigieren.

Literatur:
- Hundelby, Maxwell und Strasheim, Rainer: The German A7V Tank and captured British Mark IV tanks of World War 1, Sparkford/Somerset 1990 (die Bibel für A7V-Fans, leider vergriffen).
- Schneider, Wolfgang und Strasheim, Rainer: Deutsche Panzerwagen im 1. Weltkrieg (Waffenarsenal Band 112), Friedberg 1988 (leider auch vergriffen, die englische Version "German Tanks in WWI" ist aber noch bei Schiffer Publications erhältlich).

Jörg Schneider (IMM 279)

Foto: Josef Lenz

(c) Jörg IMM 279