Das
Vorbild:
Als vom deutschen Heer im 1. Weltkrieg der Sturmpanzerkraftwagen
A7V entworfen wurde, bereitete der Gedanke an die Ausstattung mit geeigneten Geschützen
Kopfzerbrechen. Um den rechtzeitigen Einsatz bei der großen Frühjahrsoffensive
1918 nicht zu gefährden, sollten die ersten Serienfahrzeuge nur mit Mg und Flammenwerfern
ausgerüstet werden. Allerdings fuhr nur der Wagen 501 mit der Bewaffnung von acht
Mg 08 im Frühjahr in den Einsatz. Im Sommer 1918 erhielt auch dieser Female eine
Nachrüstung in Form einer Kanone und diente bis zum Waffenstillstand.
Das Modell:
Für unseren Umbau benötigen wir zwei Plastikmodelle. Aus dem
zweiten Bausatz entnehmen wir nur die Rückseite und zwei zusätzliche Mg (aus dem
Rest könnten man einen ungepanzerten Überlandwagen bauen). Von der Heckplatte,
die nunmehr unsere neue Frontplatte bildet, entfernen wir die herzförmige Notausstiegsluke.
Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, daß die Kettenlaufwerke einen gleichmäßigen
Abstand zu Vorder- und Rückseite aufweisen. Dieser Punkt erleichtert das spätere
Montieren des Panzeraufbaus. Da sich das Antriebsrad nur am Heck (siehe Antriebswelle
am Boden) befindet, sollten am Leitrad vorne alle Zähne entfernt werden. Auf das
rechteckige Schutzblech am Bug kleben wir ein drittes Scharnier. Die Auspuffgitter
auf der Oberseite und der Fahrerluke habe ich vor dem Einbau mit schwarz lackiertem
Plastiksheet unterlegt, da man später mit dem Pinsel schlecht hin kommt. Der Panzer
erhält einen grauen Grundanstrich. Zusätzlich bekommt die unteren Panzerwanne
einen wellenförmigen Streifen in Dunkelbraun. Den weiblichen Wagen 501 kann man
in zwei Versionen dekorieren: 1.) Als Fahrzeug der Abteilung I beim ersten Einsatz
bei St. Quentin im März 1918. Der unter den Abziehbildern vorhandene Totenkopf
(allerdings ohne Knochen !) kommt an die Wannenfront, je ein Eisernes Kreuz an
die übrigen Wannenseiten. 2.) Als Fahrzeug der Abteilung III im Gefecht von Villers-Bretonneux
im April 1918. Hier müssen zwei schwarze Schriftzüge "Gretchen" selbst angefertigt
werden und an Bug bzw. Heck angebracht werden. Dabei war der erste Buchstabe weiß
umrandet. Eiserne Kreuze befanden sich an allen vier Wannenseiten.
Fazit:
Das Emharmodell zeichnet sich durch seine Detaillierung und seinen
geringen Preis aus. Einige Probleme kann es bei der Montage des Panzeraufbaus
geben. Hier empfiehlt es sich, alle Teile noch im feuchten Zustand zu korrigieren.
Literatur:
- Hundelby, Maxwell und Strasheim, Rainer: The German A7V Tank
and captured British Mark IV tanks of World War 1, Sparkford/Somerset 1990 (die
Bibel für A7V-Fans, leider vergriffen).
- Schneider, Wolfgang und Strasheim,
Rainer: Deutsche Panzerwagen im 1. Weltkrieg (Waffenarsenal Band 112), Friedberg
1988 (leider auch vergriffen, die englische Version "German Tanks in WWI" ist
aber noch bei Schiffer Publications erhältlich).