Der Temposünder

Das Vorbild:
Das österreich-ungarische Panzerauto Romfell wurde in Budapest von Hauptmann Ing. Branko Romanic und Landsturmoberleutnant Simon Fellner entworfen. Bewaffnet war es mit einem 8 mm Schwarzlose Mg, das auch zur Flugabwehr geeignet war. 1915 bis 1916 war das Fahrzeug in Galizien im Einsatz, ab 1917 an der Piave-Front in Italien. Nach Kriegsende half der Panzerwagen noch beim Abwehrkampf gegen die Slowenen in Kärnten.

Das Modell :
Von der Firma Modell Trans Modellbau erschien diesen Sommer ein sauber gegossenes Resinmodell in 1/72, das mit wenigen Teilen auskommt. Nur am Kühlergrill und am Turmheck musste ich etwas spachteln. Am Heck befestigte ich ein Nummernschild aus Plastiksheet. Aus dünnem Draht entstanden die Lampenhalterungen und die Anwerferkurbel. Das galizische Häuschen ist ein Plastikmodell von Miniart mit Vacudach. Hier habe ich die Glasscheiben ergänzt und die Haustür offen dargestellt. Der Gartenzaun mit typischem Wegweiser entstand im Eigenbau aus Plastik. Die k. u. k. Soldaten stammen alle aus zwei verschiedenen Sets der Firma Hät.

Nur einer der Kartenspieler erhielt einen neuen Arm von Preiser. Vom selben Hersteller sind auch Tisch und Stühle. Natürlich darf eine Flasche Slibowitz zur Stärkung der Moral nicht fehlen. Die einheimische Bäuerin stammt aus einem osteuropäischen Partisanenset von Caesar für den 2. Weltkrieg. Huhn und Truthahn, die sich vor dem heranbrausenden Panzerauto in Sicherheit bringen müssen, sind Teil eines vielseitigen Bauernhofsatzes von Pegasus.

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Fazit:
Da k. u. k. Panzerwagen im Original schon Exoten sind, ist das Erscheinen von Kleinserien-Modellen um so mehr zu begrüßen. Da Qualität und Vorbildtreue stimmen, bleibt nur zu hoffen, dass auch der Junoviz bald das Licht der Welt erblickt.

Literatur:
- Schimon, Wilfried: Österreich-Ungarns Kraftfahrformationen im Weltkrieg 1914-1918, Klagenfurt 2007. Enthält u.a. zwei bisher unbekannte Fotos des Romfell
- Hauptner, Rudolf/ Jung, Peter: Stahl und Eisen im Feuer. Panzerzüge und Panzerautos des k. u. k. Heeres 1914-1918 (Östereichische Militärgeschichte Sonderband), Wien 2003
- The Austro-Hungarian Forces of World War I (Osprey Men-at-Arms 392 und 397)

(c) Jörg Schneider IMM 279