Red Baron Express 1917

Das Vorbild:
Ein Originalfoto in einem Osprey Band brachte mich auf die Idee. Ein Opel 4t Regellastwagen des Armee Flugparks 6 transportiert die Albatros DV des Rittmeisters Manfred von Richthofen (besser bekannt als "Roter Baron) auf einer Landstraße in Nordfrankreich im Frühjahr 1917. Zur damaligen Zeit war er Chef der Jasta 11.




Das Modell :
Der nur noch schwer erhältliche Bausatz der untergegangenen deutschen Marke Fine Scale Factory in 1/72 besteht aus Resin-und Weißmetallteilen. Die Trittbretter und Pritsche sind aus sehr dünnem Gießharz gegossen. Dabei weist die Pritsche eine sehr filigrane Holzstruktur auf. Das Fahrwerk und die Kettenantriebe sind aus Metall gegossen und eher grob detailliert. Nach dem Zusammenbau der Fahrerfigur aus Preiser- und Airfixteilen stand das Verglasen des Fahrerhauses mit durchsichtigem Plastiksheet auf dem Programm. Hier und am Kühler musste ich wegen Verzugs viel spachteln. Da eine typische vordere Feder fehlte, musste ich sie aus Plastiksheet nachbauen. Da aus Versehen nur ein kleines Vorderrad (aber dafür fünf große Hinterräder) vorhanden war, griff ich zur Grabbelkiste und wurde bei den Teilen des Mack Bulldog Lkw von RPM fündig. Sie kommen außerdem dem Originalrad wesentlich näher. Die Trittbretter habe ich um ein Drittel gekürzt, da sie mir zu lang erschienen. Auf dem Dach des Fahrerhauses habe ich eine Halterung für das Nummernschild ergänzt. An den Kühler kam noch ein ovales Opel-Firmenschild. An der rechten Seite des Fahrerhause ergänzte ich eine Hupe, die ich mir über einer Kerze zurechtbog. An die linke Frontseite der Kabine kam noch eine kleine Lampe. Ein Drahtstift am Ende der Ladefläche stützt wie beim Original den Flugzeugrumpf. Auf dem vorderen Teil der Pritsche klebte ich ein Ölfaß und zwei Mann Bodenpersonal (von Hät und MGM) in ihren schwarz eingefärbten Uniformen fest. Beim alten Flugzeugkit von Airfix ließ ich von der unteren Tragfläche nur ein kleines Stück stehen. Das Höhenruder entfiel komplett. Da kein Pilotensitz vorhanden war und ich keine Ahnung habe, wie er aussah, habe ich das Cockpit kuzerhand mit einer Regenplane aus Taschentuch abgedeckt. Wie beim Orginal spannte ich zwei Zugseile zwischen Fahrgestell und Lkw. Die beiden Reichsadler und das Nummernschild entnahm ich einem Abziehbilder-satz von Black Lion Decals. Zur Gestaltung des Straßenplasters griff ich auf ein übrig gebliebenes Vacuteil von Remi zurück. Aus Geländebaumörtel entstanden die beiden seitlichen Ränder. In die noch feuchte Masse drückte ich eine kleine Hecke und den bayrischen Dragoner von Strelets, dessen Pferd gerade zu scheuen beginnt. Auf der rechten Seite befestigte ich ein Hinweisschild in zeitgenössischer gotischer Schrift. Eine Amsel, die vor dem Verkehrslärm flüchtet, vollendet die Szene.

Fazit:

Außer dem Daimler-Marienfelde von Convoy ist bzw. war unser Opel Regellastwagen das einzige Modell eine deutschen Lkws aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Markt. Der bunte "Vogel" Richthofens versetzt dem Zugfahrzeug und den Uniformen in ihren düsteren Tarnfarben erst den richtigen Farbtupfer.

Literatur:

German Air Forces 1914-18 (Osprey Elite 135)
Fotos vom liebevoll restaurierten Orginal-Lkw im Sinsheimer Museum

(c) Jörg Schneider IMM 279