Mk I supply tank
oder Warten aufs Christkind

Was ein einfacher Umbau eines alten Plastikmodells von Airfix werden sollte, entpuppte sich als zeitraubendes Unterfangen. Doch dazu später.

Das Vorbild:
Nach Ankunft der moderneren englischen Mk IV Tanks an der Westfront 1917 wurden die früheren Varianten wie Mk I und II für Spezialaufgaben wie Nachschubtransport und Funkverkehr umgebaut. „Dodo", unser Vorbild, war im Juni 1917 beim Angriff des B battalion auf den Höhenrücken von Messines in Flandern dabei. Er konnte mit seiner Ladung 5 Kampfpanzer direkt vor Ort mit Treib- und Schmierstoffen, Wasser und Munition versorgen. Zur Selbstverteidigung standen der nur noch vierköpfigen Crew lediglich ein 7,7 mm Lewis-Mg im Innern zur Verfügung.

 



Das Modell :
Das Modell: Wie beim Original mit Blech, wurden die Öffnungen der männlichen Erker (liegen auch dem neuen female Bausatz noch bei) mit Plastiksheet verkleidet. Die Luke über dem Fahrerraum überklebte ich mit einem breiten Plastikstreifen. Die rechteckige Kuppel an Deck wurde komplett abgeschliffen und verspachtelt, denn sie war erst ab der Mk II Version vorhanden. Als Ersatz klebte ich eine runde Turmluke aus der Grabbelkiste weiter vorne auf. Der Auspufftopf, der erst ab dem Mk IV Standard war, wurde durch drei einfache Schutzbleche in V-Form über den Motoröffnungen ersetzt. Drei Kisten zur Aufnahme des Transportgutes entstanden aus Plastikstreifen. Zwei davon auf dem Deck und eine am Heck. Letztere wurde zusätzlich durch Metallstreifen aus übriggebliebenen Ätzteilen gesichert. Meinem alten Airfix-Bausatz lag noch eine starre, viel zu kurze Kette aus silbrigem Plastik bei. Da sie sich beim besten Willen nicht ziehen ließ (dem neuen female-Bausatz liegen wieder die schwarzen Gummiketten bei), beschloß ich meinem fast fertigen Modell, eine Gießharzkette mit seitlichen Verbreiterungen zu spendieren, wie sie von Matador Models in England angeboten wird. Leider musste ich 2,5 Monate warten, ehe ich die Resinketten – nicht ohne Einsatz von Spachtel – aufziehen konnte. Das Endresultat weiß aber zu überzeugen. Lackiert habe ich das Fahrzeug in einem hellen Braunton (Humbrol 26). Den Namen und den Nummerncode an den Wannenseiten setzte ich aus einzelnen weißen Abziehbildern zusammen. Eine runde Tafel am Heckkorb erhielt einen schwarzen Einheitscode. Die zerbrechlichen Vierkantkanister, besser als flimsies bekannt, erhielten eine Lackierung in Feuerrot, was für einen netten Farbtupfer sorgt.

Fazit:

Fazit: Exotische Variante eines uralten Landship-Bausatzes, dessen Stapellauf leider nur langsam in Fahrt kam.

Literatur:

Fletcher, David: British Mark I tank 1916 (Osprey New Vanguard 100)

(c) Jörg Schneider IMM 279