Ein Schwergewicht:
Teilgepanzerter Schwerlasttransporter Elefant mit Pionierpanzer 2 Dachs (Revell bzw. Baxmod 1/72)

Vorbild:
1976 erhielt die Bundeswehr einen neuen geländegängigen Panzertransporter, der die veralteten Fahrzeuge der 1. Generation ablösen sollte. 1994 wurden 324 Elefanten zur Version SLT 50-3 modernisiert. Für den Balkaneinsatz erhielten 10 Fahrzeuge dieser Variante eine modulare Schutzausstattung (MSA) der Kabine und eine Klimaanlage. Der Pionierpanzer Dachs wurde als jüngste Variante der Leopard 1-Abarten erst 1989 eingeführt. Bis auf neun Neubauten für Kanada wurden die übrigen 140 Fahrzeuge aus vorhandenen Bergepanzern und Pionierpanzern 1 umgebaut. Seine Bewährungsprobe bestand der Dachs während des Hochwassereinsatzes an Oder und Elbe.

Das Modell:
Das Revellmodell enthält eine Menge sauber gegossener Teile, für deren Zusammenbau man sich aber genügend Zeit lassen sollte. Die Bauanleitung beinhaltet einen gravierenden Fehler. Der Bauabschnitt 10 (Benzintank und Reserveradhalterung) sollte erst nach der Montage der Räder erfolgen. Das Ganze muß nämlich 3-4 mm nach hinten verschoben werden, sonst gibt es bei der Montage der Räder und Kotflügel der Zugmaschine arge Probleme. In der Kabine wurden - wie beim Original - die beiden mittleren Sitze weggelassen. Den erhabenen Schriftzug Faun an der Frontseite feilte ich weg. Anschließend wurde das Fahrerhaus mit Plastiksheet ummantelt. Die jetzt wesentlich kleineren Scheiben färbte ich mittels eines Tupfers vorsichtig mit grüner Transparentfarbe (z.B. Gunze-Sanyo H 94) ein, um das Panzerglas zu simulieren. Fahrer und Mg-Schütze entstanden im Eigenbau auf Basis der Bundeswehrfiguren von MIG. Da im Bausatz Drehringlafette und Fla-Mg fehlen, überarbeitete ich ein entsprechendes Teil vom Leopard I bzw. wurde in der Grabbelkiste bei Hasegawa fündig. Der asymmetrische Schutzschild entstand wieder aus Plastiksheet. Ergänzt habe ich einen Benzinkanister über dem zweiten Rad links und Seile mit Schekeln an den hinteren Seilwinden. Das schwere Ladegut wurde original verzurrt: vorne mithilfe der mitgelieferten Schnellverzurrung (die durch gezogene Plastikrohre verlängert werden mußten) und hinten durch Verlinden-Ketten im kleinen Maßstab. Bei der Bemalung ist zu beachten, dass die teilgepanzerte Kabine - bis auf die Stoßstange - nur einfarbig grün gestrichen wurde. Mit schwarzen Decals stellte ich den Firmennamen FAUN an der Motorhaube wieder her. Die SFOR-Abziehbilder und gelben Koalitionswinkel entnahm ich der Grabbelkiste. Über das Frontfenster gehört ein Spitzname in weiß, hier TESSA. An der linken Seite ergänzte ich eine deutsche Flagge aus Alufolie.

Der Dachs ist ein Umbausatz aus Resin und kommt aus Südafrika (in Europa vertrieben von Matador Models/England). Die große Entfernung des Urmodellbauers zum nächsten Originalfahrzeug erklärt zwei gravierende Fehler: Die seitlichen Auspuffgrätings stehen wie beim Leopard 1 hervor (diesem Problem ist nur schwer beizukommen, es tritt übrigens auch beim Umbausatz für den Gepard auf) Anstelle einer zweiten seitlichen Einstiegstür befindet sich hier die Wärmetauscheranlage nebst Gitter befinden (diesen Fehler habe ich behoben) Der Umbausatz weist ansonsten eine feine Gußstruktur auf. Ergänzt habe ich Hydraulikarme aus rundem Evergreen, zwei Scheinwerfer am Baggerarm und ein Abschleppseil aus Metall. Als Grundbausatz dient der Leopard 1 A5 von Revell, der auch diverse Kleinteile zur Verfeinerung liefern muß.

Fazit:
Es hat Spaß gemacht, dieses außergewöhnliche Duo nach Fotos zu bauen, aber die Bauzeit betrug mehrere Monate. Es ist zudem kein billiges Vergnügen: ohne Figuren sind es ca. 60 Euro. Wer noch mehr ausgeben möchte, kann noch auf einen Ätzteilsatz für 25 Euro zurückgreifen. Wer es eilig hat, sollte sich also lieber für die normale Version des Elefant und einfacheres Ladegut (bitte kein Leopard 2 wie auf dem Deckelbild) entscheiden.

Literatur
Zwei Artikel von Jochen Vollert in der längst vergriffenen Zeitschrift "The Military Machine" Nr. 2 und 3
Vollert, Jochen: Die Panzertransporter der Bundeswehr (Fahrzeugprofile 17)
Spurny, Josef/ Martinec, Jan: Bundeswehr Tank Transporters in detail (WWP 10), Prag 2005
Nicht ganz billig, aber das non plus ultra für den Dachs:
Shackleton, Michael: Leopard Trilogy volume 2, Special purpose variants, Tiptree 2003

Jörg Schneider (IMM 279)

(c) Jörg Schneider IMM 279
Fotos: Josef Lenz