K. u. K. Radpanzer aus dem Ersten Weltkrieg in 1/72

 

Das Vorbild:

Nach der Schlacht von Karfreit (italienisch Caporetto, heute Slowenien) 1917 erbeutete die siegreiche österreich-ungarische Armee mehre italienische Panzerwagen des Typs Lancia IZ. Ein Fahrzeug diente 1918 beim k. u. k. Panzerautozug 1 hinter der Front an der Piave, vier beim deutschen Verbündeten. Die ursprüngliche Bewaffnung wurde durch drei österreichische 8 mm Schwarzlose Mg 07/12 ersetzt.

Das Modell:

Mr. Panzer aus Italien hat endlich die zweitürmige Variante, die den Bau einer richtigen 1. Weltkrieg-Version zuläßt, auf den Markt gebracht. Der blasenfrei gegossene, graue Resinbausatz weist sehr feine Details auf. An den hinteren Radkästen habe ich vorsichtig die äußere Panzerung abgeschnitten, da sie bei der österreichischen Variante offen waren. Zwei Lampen befestigte ich auf den vorderen Federpaketen. Die vorderen Kotflügel und der Drahtabweiser entfallen. Der Anstrich erfolgte in einem hellen Grün, das für österreichische Geschütze belegt ist. Möglich wäre auch ein heller Braunton, wie bei den k. u. k. Stahlhelmen. Aus einzelnen Abziehbildern setzte ich die weiße Aufschrift K. u. K. Autotr(uppe) an der Motorhaube zusammen. Nichts für schwache Nerven! Den krönenden Abschluß bildete ein weißer Strich. Der Fahrer entstammt dem Resinfigurensatz von Michael Gohres für den 30,5 cm Mörser. Er erhielt zusätzlich eine Staubschutzbrille für die Feldmütze und eine Pistolentasche aus einem Preiserset.

Fazit:

Mit Sicherheit das bisher beste Lancia-Modell auf dem Markt. Bei dieser Qualität genügte mir ein Bausatz natürlich nicht: ein zweiter mußte her (für die deutsche Beute-Version).

Literatur:
Hauptner, Rudolf / Jung, Peter: Stahl und Eisen im Feuer. Panzerzüge und Panzerautos des K. u. K. Heeres 1914-1918, Österreichische Militärgeschichte Sonderband 2003, Wien (enthält das einzige mir bekannte Foto)
Jung, Peter: The Austro-Hungarian Forces in World War I (part 2) 1916-1918 (Osprey Men- At-Arms 397) Sehr hilfreich für die Figurenbemalung.

(c) Jörg Schneider IMM 279
Fotos: Uwe Schnellbacher