Wasser marsch!

Ein Wassertankanhänger der britischen Armee aus dem Ersten Weltkrieg in 1/76

Das Vorbild:
Keine Angst, es folgt keine Anleitung für ein Feuerwehrdiorama. Es geht vielmehr um eines jener Pfergegespanne, welche die Versorgung der kämpfenden Truppe auf den verwüsteten Schlachtfeldern sicherstellten. Das 5, 09 m lange Fahrzeug verfügte sogar schon über eine ausgeklügelte Filteranlage, um Trinkwasser aufzubereiten. Mein Diorama habe ich zur Zeit der Somme-Schlacht 1916, also vor genau 90 Jahren, angesiedelt.

Das Modell:
Der Anhänger nebst zwei Pferden und zwei Gespannfahrern (alternativ mit Feldmütze bzw. Stahlhelm und Gasmaske) besteht komplett aus Metall und stammt von der englischen Firma Matador Models. Nach etwas Schleifarbeit erscheinen die Speichenräder sehr filigran.

Die Rohre, welche Tank und Filteranlage verbinden, habe ich durch dünnen Kupferdraht ersetzt. Dasgleiche geschah mit vier Wasserhähnen am Boden des Fahrzeugs. Wer möchte, kann auch die etwas dicken Bremsholme ersetzten. Leider hatte ich nur ein Vorbildfoto aus einem alten Werbeprospekt zur Verfügung. Das Original soll übrigens im Londoner Imperial War Museum stehen. Die Bauanleitung, die nur wenige Zeichnungen enthält, geht dafür Schritt für Schritt vor.

Eine große Herausforderung ist das Anschirren der Pferde (warum sollten wir es besser haben als ein Flugzeugmodellbauer, der seine fliegenden Kisten verspannt?). Die breiten Zugriemen schnitt ich aus Bleifolie von alten Weinflaschen zurecht. Die Zügel entstanden aus dünnem Nähgarn. Dabei ist zu beachten, daß die Zügel des unberittenen Pferdes unter dem Kinn verlaufen müssen.

Am Heck des Anhängers ergänzt ich mit weißen Abziehbildern den Buchstabencode D COY, die Markierung für eine D-Kompanie. Mit Hilfe von Styroporteilen stellt ich einen Hohlweg dar. Als Dekoration folgte ein Wegweiser, auf den ich von Hand die Abkürzung von englischen Einheiten an der Somme schrieb. Ein rotes Dreieck (Decal) diente als Abzeichen einer Division. Der lässig herumstehende Infanterist, der schon sehnlichst auf sein Wasser zu warten scheint, entstammt dem Weichplastikset von Emhar.

Fazit:
Auch dieses ausgefallene Modell gibt eine Ära wieder, als alle Armeen lieber auf Pferde als auf die noch immer anfälligen Motorfahrzeuge vertrauten. Empfehlenswert!

Literatur:
Osprey Men-at-Arms 81: The British Army 1914-1918
Buffetaut, Yves: The 1917 Spring offensives. Arras, Vimy, le Chemin des Dames, Histoire & Collection, Paris 1997.

(c) Jörg Schneider IMM 279
Fotos: Jürgen Hartmann