Das
Vorbild:
Wie viele andere Streitkräfte des 1. Weltkriegs mußte auch die Armee
des Zaren bei der Herstellung der ersten Flakgeschütze improvisieren. Bewährte
Artilleriegeschütze wurden einfach auf einem beweglichen Sockel montiert, der
ein rasches Richten nach allen Seiten erlaubte. Die berühmte 7,62 cm Feldkanone
Putilow erhielt ein längeres Rohr und die Drehscheibe von Iwanow. Ab 1915 wurden
so ca. 500 Flakgeschütze hergestellt. Wegen unzureichender Zielvorrichtungen,
hielt sich aber die Wahrscheinlichkeit, ein Flugzeug zu treffen, sehr in Grenzen.
Letzte Exemplare dienten dennoch bis 1941 in der Roten Armee.
Das Modell:
Der Bausatz des moldawischen Herstellers AER besteht komplett
aus Resin. Im Gegensatz zu früheren, klobigen Modellen sind die Speichenräder,
die Drehscheibe und das Zubehör (Munitionskiste, Granaten und Figuren) sehr fein
gespritzt. Nur Lafettenholm und Rohr, die aus einem Stück gegossen sind, bestehen
leider aus einem brüchigen Gießharz. Also aufgepaßt wer sein Rohr aufbohren will.
Ergänzt habe ich das Zielfernrohr und Teile des Verschlusses. Als einzige Figur
beließ ich den Offizier (mit Schirmmütze) im ursprünglichen Zustand und steuerte
lediglich eine Pistolentasche und eine Karte aus Papier bei. Bei den drei übrigen,
sehr lebendig gestalteten, Kanonieren ersetzte ich die Köpfe mit sowjetischen
Stahlhelmen durch solche von Hät mit Feldmützen. Die Uniformen brauchen nicht
geändert zu werden, da die Rote Armee an den traditionellen Schnitt der Zarenarmee
anknüpfte. Auf dem Diorama habe ich noch eine Gewehrpyramide ergänzt. Dieser bis
weit ins 20. Jahrhundert gepflegte Brauch sollte die Gewehre sowohl sauber als
auch schnell griffbereit halten.
Fazit:
Ein exotisches Modell, daß die Ära der frühen Flakgeschütze, als an
Hightech-Raketen noch nicht zu denken war, sehr gut wiedergibt. Kaufenswert!
Literatur:
Osprey Men-at-Arms 364: The Russian Army 1914-18
Jörg Schneider (IMM 279)