Ford T Ambulance in English service

Wie "angedroht", hier noch ein Bericht aus meiner Feder. Diesmal aus einer anderen Epoche, nämlich dem ersten Weltkrieg. Bisher waren Fahrzeuge aus diesem Abschnitt der Zeitgeschichte eher rar gesät oder nur von Kleinserienherstellern in Resin zu bekommen. Durch RPM hat sich das deutlich gewandelt. Dieser Hersteller hat den Markt mit einer Fülle von Kunststoff Modellen bereichert. Mich als WK. I. interessierten freut dies natürlich besonders. Vorab ein paar Infos die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Der erste Weltkrieg gilt als erster technischer Krieg mit vielen Neuerungen. Neben dem Flugzeug, dem Einsatz von chemischen Kampfstoffen war vor allen Dingen der Lkw, neben dem Panzer, eine absolute Neuerung in diesem Krieg. Wer erinnert sich nicht an die Schlacht an der Marne im August 1914 als die Pariser Taxiunternehmen einen Teil der Armee in Ihren Fahrzeugen an die Front transportierten. Ob die Schlacht dadurch entschieden wurde, überlasse ich der Diskussion, wichtig war aber der Einsatz von Fahrzeugen für die Truppe. Mit dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten kam auch deren gewaltige Wirtschaftsmacht den Alliierten zu gut. Wenn verwundert es da, das gerade die Firma Ford ein große Anzahl von LKW für die Armeen produziert, darunter auch das berühmte Ford T Modell.

Das Modell des Ford T in der Ambulanz Ausführung besteht aus zwei Spitzlingen in grau. Ich weiß nicht welches Granulat die verwenden, es scheint aber von minderer Qualität zu sein. Beim bloßen anfassen sind mir vier Teile zerbrochen (ich habe zwar große und klobige Finger, daran alleine hat es aber nicht gelegen). Die Detaillierung und Passgenauigkeit des Modells läst zeitweise auch sehr zu wünschen übrig. So ist der rechte Kotflügel nicht ganz ausgeformt, die Achslager sind alles andere, bloß nicht rund. Vielleicht habe ich ja auch nur ein Montagsbausatz ergattert wer weiß. So manches mal wollte ich das Ding in die Ecke schmeißen und vor Wut drauf treten, so schwierig war zeitweise der zusammen bau. Doch wer aufgibt hat schon verloren. So wurden beim Modell eine Menge Dinge durch Plastiksheet, Draht, Bleifolie und Spachtelmasse ersetzt, um wenigstens ein bisschen zu retten, was noch zu retten war. So z.B. die Achsverbindungen, die Auspuffanlage, die Verstrebungen beim Aufbau und und und. Das Kit dürfte jetzt ungefähr doppelt so schwer sein als vorher. Der Versuch den Innen- und Fußraum zu gestalten musste mangels Informationen, trotz tatkräftiger Unterstützung von Joe und Jörg (Dank noch mal Euch beiden), fallen gelassen werden. Ich bin mit dem Ergebnis auch nicht ganz zufrieden, aber auch aus solchen Dingen kann eine Menge gelernt werden, aber urteilt selbst. Nach dieser Odyssee ging der Rest dann aber wieder wie von selbst. Die Lackierung in grün, die Alterung und das Finish erfolgten nach altbekannter weise. Da das Fahrzeug auch von anderen Armeen verwendet wurde (ich habe Fotos von Fahrzeugen in französischem Besitz) fiel bei den Figuren meine Wahl auf die Britische Infanterie von Airfix aus dieser Epoche. Die sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber dennoch sehr gut detailliert. Die Uniformen der Britten waren Kaki farbend mit dunkeloliven Wickelgamaschen und gewebtem Koppelzeug in beige. Die übliche Schattierung durch Ölfarbe und aufgehellte Grundfarbe versteht sich von selbst. Nach dem ganzen Stress war es eine Wohltat die Figuren anmalen zu dürfen (Hier kam nun echte Entspannung auf). Die Basisplatte gestaltete ich wie immer aus Molto mit einem dreifarbigem Anstrich. Einen Stein und etwas grün darauf ein paar Wagenspuren hinein modelliert und das war es (es muss ja nicht immer etwas schwieriges sein, wie bei meinem nächsten Projekt, aber davon später mehr).

Abschließend sei gesagt, dass ich zwar eine Menge Stress hatte, aber so ist nun einmal das Modellbauerleben. Aus der Erfahrung heraus sind aber alle weiteren Modelle von RPM bis auf weiteres zurückgestellt. Ich möchte die Firma RPM hier nicht schlecht machen, habe ich doch schon von anderen gehört, dass die Modelle vom MAC Bulldog gut sein sollen, aber ich habe erstmal die Nauze voll (entschuldig die harten Worte).

Dirk IMM 1998 206

Literatur/Quellen:
- Internet
- Europa Militaria No. 3 - Infanteristen des ersten Weltkrieges

(c) Dirk IMM 1998 206