Halten, bis Entsatz kommt

Mein nächstes Normandie Diorama ist eine fiktive Szene, wie sie aber vermutlich duzende male in den ersten Tagen der Invasion hätte vorkommen können. Der Einsatz der Fallschirmjäger verlief ja bekanntlich nicht so wie vorhergesehen. Absetzfehler hatten die 82te und die 101te Luftlandedivision über die gesamte Halbinsel Carentan verteilt. Abgeschnitten von den eigenen Truppen mussten die Soldaten auf die angelandeten Truppen warten.

Sherman Panzer M4A1 mit Tiefwatteinrichtung
Dieser aus dem Hause Dragon stammende Bausatz ist vor ca. 1 Jahr erschienen und bereichert die eh schon üppig vorhandene Auswahlpalette an Sherman Modellen. Die Tiefwatteinrichtung liegt als Ätzteil, mit weiteren Goodies, bei. Der Zusammenbau der Teile geht anhand der gut aufgeteilten Bauanleitung schnell von der Hand. Ob wirklich alle möglichen Teile durch die aus Ätzteilen bestehenden ersetzt werden sollen überlasse ich jedem selbst. Bei dem einen oder anderen Ätzteil, wie auch der Tiefwatteinrichtung, besteht aber die Gefahr sich die Finger zu brechen oder an den Rand der Fähigkeiten zu gelangen. Die Bemalung erfolgt mit der Airbrush in oliv drab. Nach einem Überzug mit glänzendem Klarlack erfolgte ein vorsichtiges Washing in schwarz. Mittels Ölfarben erfolgte dann ein Trockenmalen um die Kanten und geraden Flächen zu betonen. Dann konnten die Decals drauf und die Verschmutzung mittels MIG Pigmenten erfolgen. Zur Fixierung des ganzen erfolgte ein letzter Sprühvorgang mit mattem Klarlack.

Die Figuren
Zwischenzeitlich, gib es eine Fülle von Figurensätzen verschiedener Hersteller, so dass ich für die Auswahl meines Dios nur ins Regal greifen und mir aus den verschiednen Packungen die mir am ehesten zusagen Figuren entnehmen musste. Zum Einsatz kamen Figuren der Firmen, Esci, Italeri und Caesar. Auf die Bemalung gehe ich nur kurz und in Stichpunkten ein, da sie eigentlich wie immer erfolgte. Weiß Grundieren, mit Ölfarben die Hautpartien gemalt. Grundfarbe Jacke und Helme aufgetragen, abgedunkelt und dann aufgehellt. Genauso verfahre ich bei den Ausrüstungsgegenständen, welche zum Größten Teil aus der Grabelkiste stammen.

Die Bodenplatte ist ein alter Bilderrahmen den ich irgendwann einmal auf dem Flohmarkt erstanden habe. Dieser wurde mit einer alten Schrankrückwand in der passenden Größe verbunden. Für die Darstellung der Höhen und Tiefen auf dem Diorama diente Styropor. Ein Überzug mit Molto folgte, welcher wie immer mit einer Zahnbürste nachbehandelt wurde. Zur Trocknung wurde nun alles ca. 48 Stunden beiseite gestellt. Die Brücke, welche ich schon im Vorfeld aus Styrodur, Magic Sculp und Vogelsand erstellt hatte (die Steine habe ich eingraviert), wurde nun an die entsprechende Stelle gesetzt und mit Molto angepasst. Das Kopfsteinpflaster entstand aus Magic Sculp bzw. da mein Sculp nun alle war, aus Epoxidspachtelmase von Fredericus Rex. Nach Aufbringung einer dünnen Schicht wurde die Oberfläche wurde dann mit 60er Schmiergelpapier aufgeraut. Mittels, eines aus einer Stecknadel und eines alten Pinsels selbst erstellten Gravierwerkzeug, wurde die Kopfsteinstruktur eingraviert. Dieser Arbeitsvorgang kostete mich zwei Tage. Leider sieht man genau wo ich aufgehört habe, da ich den Übergang dann nicht mehr ganz sauber hinbekommen habe. Nach der ersten Bemalung in grau erfolgte eine starke Staubschicht durch MIG Pigmente / Pastellkreide. Danach konnte die erste Farbschicht auf den Molto-Untergrund aufgetragen werden. Ich entschied mich diesmal für die Ölfarbe Vandykbraun. Mit Feuerzeugbenzin stark verdünnt ließ ich diese einfach in das trockene Molto laufen. Durch einen unterschiedlichen Verdünnungsgrad der Farbe ergaben sich, eigentlich ungewollt, verschiedene Schattierungen. Ich beließ es dabei und habe keine weitere Schicht aufgetragen, sondern habe mit dem Trockenmalen begonnen. Hierzu verwendete ich einen Sand- und einen Grauton. Das Finish erfolgt in weiß. Nun ging es an die Begrünung. Den Baum habe ich aus Draht, Sägemehl, und Blättern aus dem Eisenbahnbedarf selbst hergestellt. War mein erster Versuch, so sieht er auch aus. Für den Bachlauf, die Hecke und die sonstige Begrünung fanden verschiedenste Utensilien aus dem Zubehörmarkt oder der freien Natur Verwendung. Alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen und ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht mehr was ich alles verwendet habe. Die Hausruine entstand im Eigenbau aus Gipselementen der Firma Linka (Uraltes HO Hausbau Stecksystem, der ein oder andere kennt es vielleicht noch!) und diversen Eigenbauten aus Sheet. Der Schutt entstand auch aus Linkaformen, bei denen ich den Gips im Vorfeld eingefärbt habe. Bemalung wir immer, erste Farbschicht als Grundton mittels Airbrush, dann abdunkeln und aufhellen. Diese Arbeit musste ich zweimal machen, da mir der zunächst gewählte Grauton nach den Abschlussarbeiten überhaupt nicht mehr gefiel. Solche Fauxpas üben aber ungemein :. Der Schrank und das Bett entnahm ich dem Furniture-Set von MIG, der Stuhl ist von Preiser. Die Tapete ist einfach mittels eines Bildes aus dem Internet auf Papier geruckt und durch Leim befestigt worden. Die Zwischenböden sind aus Balsaholz entsprechend bearbeitet und bemalt. Der letzte Arbeitsgang war dann das Wasser. Hier entschied ich mich für das zwei Komponentensystem von Noch. Einfach ein Teil Binder und ein Teil Härter zusammen verrühren und an die gewünschte Stelle gießen, fertig. Klingt hier wie ein Tütensuppenrezept, ist aber tatsächlich einfach und sieht recht gut aus.

Das war es in Kürze, der eigentliche Bau hat dann doch ca. ½ Jahr gedauert. Meine nächsten Dios sind schon in Arbeit, bzw. während ich diese Zeilen schreibe schon fertig. Das eine könnt Ihr auf der Homepage in der Bildergalerie anschauen, dass andere ist kein Militärfahrzeug Dio, sondern mal wieder ein kleiner Ausflug in andere Welten (zur Entspannung).
So keep on building!!!!!

Dirk Scherlatzik IMM 1998 206

(c) Dirk IMM 1998 206