Die Stunde Null

Das Diorama zeigt eine Szene nach der Schlacht um Berlin. Die Reste der Armee Weidling gehen einer ungewissen Zukunft entgegen.Die siegestrunkenen sowjetischen Soldaten "begießen" das Ende des Krieges ausgiebig. Im Hintergrund sichert ein T34/85. Das Sturmgeschütz III im Vordergrund ist aufgrund von leeren Tanks ver-lassen worden und wird nach Beute durchsucht.

Der T 34 / 85
Bei dem Modell handelt es sich um den Bausatz der Firma Dragon späte Version mit Ätzteilen für die "Zusatzpanzerung" in Form von Bettgestellen, welcher bis auf den einen oder anderen Abstrich relativ gut ist. Die Passgenauigkeit ist in Ordnung, aber bei der Motorabde-ckung sowie am Turm musste doch etwas nachgespachtelt werden. Die Lauf- und Abtriebsrollen habe ich aufgebohrt, um die beim T34 ge-bräuchlichen darzustellen. Im bei-liegenden Ätzteilsatz sind diverse Teile vorhanden, die natürlich Ver-wendung fanden. So zum Beispiel die Lüftungsabdeckung, die Abde-ckung des Motorraumes etc. Mitt-lerweile sind diese Goodies auch bei den 72ern nicht mehr wegzu-denken. Dennoch habe ich das ein oder andere Teil noch selbst ge-macht. Die Handgriffe oder das Abschleppseil aus Draht seien hier genannt. Die DS-Ketten von Dra-gon sind ein absolutes Novum. Mit diesen lässt sich der Durchhang der Ketten hervorragend darstellen. Der "Anstrich" erfolgt in grün. Nach 48. Stunden wurde das Fahrzeug gewasht und anschließend mit verschiedenen grau und hellen Grüntönen aufgehellt um die Kontu-ren hervorzuheben. Mit etwas Pas-tellkreide wurden dann Ruß- und Staubpartikel aufgebracht. Die wei-ßen Markierungen sind Decails, die dem Bausatz beiliegen, auch dies ist mittlerweile Top bei den Kleinen.

Das Sturmgeschütz
Der Bausatz ist der mittlerweile in die Jahre gekommene von Esci mit Einzelkettengliedern. Leider gab es zum Beginn meines Projektes den Dragon Bausatz noch nicht (leider seufz) Der Zusammenbau der Un-terwanne verlief problemlos. Auch hier wurden die Laufrollen, wie beim T 34, aufgebohrt. Ich entschied mich für ein Sturmgeschütz der Ausführung G mittleres Baulos mit Kastenblende, (beide Typen wur-den parallel bis Kriegsende ge-baut). Diese Ausf. besaß schon die neuen Gummi sparenden Stützrol-len. In der Grabbelkiste fand ich für dieses Vorhaben entsprechendes Material, drei Achsen eines Zuges (Ihr werdet lachen, aber dieser stammt aus einem Überraschung-sei) die die entsprechende Größe hatten. Zusammen mit runden Pro-filen konnten so mühelos die Rollen hergestellt werden. Die seitlichen Lüftungsschlitze fielen ebenfalls der Bohrmaschine zum Opfer. Sie wur-den dann etwas ausgefräst um mehr Tiefe zu bekommen und mit einem Metallgitter versehen. Der Stahlabweiser vor der Komman-dantekuppel ist aus Miliput model-liert. Zum Bau des Periskops nahm ich runde Profile die in der entspre-chenden Größe zu recht geschnit-ten und gefeilt wurden. Die richtige Stelle aufgebohrt eingesetzt, passt. Das dem Baussatz beigefügte MG Schild verschwand sofort in der Ablage P. Aus Bleifolie entstand ein neues. Die seitlichen Schürzen bereiteten nun etwas Probleme, die beiliegenden taugen nichts. Der Plan die Schützen des Sturmge-schützes IV zu verwenden musste aufgrund der Größe fallengelassen werden, blieb nur der Eigenbau. Die bekannte Bleifolie musste auch hier für die Schürzen herhalten. Anhand einer maßstabsgetreuen Riss-zeichnung wurden diese zu recht geschnitten und mit den Ösen für die Anbringung versehen. Die Hal-terung der Schürzen entstand aus Evergreen-Profilen und Bleifolie. Das Geschütz wurde in gelb gesprüht und anschließen wieder gewasht. Das Finishing erfolgte durch Trockenmalen mit drei hellen Gelbtönen und MIG Pigmente.

Die Figuren
Da zur Verteidigung von Berlin alle verfügbaren Truppen herangezo-gen wurden, haben hier die Figuren von verschiedenen Herstellern Verwendung gefunden. Sozusagen alles, was nicht bei drei auf den Bäume war. Sie wurden mehr oder weniger umgebaut. Hier ein ande-rer Kopf, da ein anderer Arm usw. Die Bemalung erfolgt mit Valejo Acrylfraben, dass Finish mit Ölfarben bzw. die Haupartien und ge-wisse Ausrüstungsgegenstände nur in Öl.

Die Bodenplatte
Als Basis für mein Diorama diente eine alte Pinnwand, welche mit einem vorher zu recht geschnitte-nem und mit einer Oberfräse bear-beitetem Brett zwecks Unterstützung verbunden wurde. Nachdem beide noch einmal gebeizt und mit Klarlack überstrichen wurden ging es an die Straßenszene. Markus Reisner war so nett und hat mit zu diesem Zweck seine Silikonformen für Kopfsteinpflaster geliehen. Diese sind zwar offiziell H0 Eisenbahn-zubehör, was aber im fertigen Mo-dell nicht mehr auffällt. Nachdem die Straßen soweit probeweise hingelegt wurden konnte mit den Bürgersteigen begonnen werden. Da Markus (leider) eine solche Form nicht in seinem Besitz hat und der Erwerb meine Finanzen doch deutlich überstieg, habe ich mich für die "Hand Made" Version ent-schieden. Ein alter Ferero Deckel diente mir als Basis. Er wurde ein-fach mit Keramin bis zu einer bestimmten Höhe ausgegossen und nach dem aushärten vorsichtig entfernt. Leider brachen über 50 % der Güsse auseinander, so dass hier sehr viele Grußvorgänge erfor-derlich waren. Danach habe ich die groben Stücke mit einer Tischkreis-säge auf die richtige Größe ge-schnitten und entsprechend den Straßenplatten angepasst. Da beim Gussvorgang die Stärke nur sehr ungenau bestimmt werden konnte begann nun eine wahre schleif und feil Orgie. Nach Tagen des Schlei-fens und Feilens (Es können auch Wochen gewesen sein) begann ich damit den Wegen Struktur einzu-hauchen. Zuerst wurde die Ober-fläche mit 100er Schmirgelpapier angeraut, und dann das Muster des Gehweges auf die Platten aufge-zeichnet. Nun wurde es mit einer starken mittelgroßen Nadel eingra-viert. Das ich bei dieser Arbeit so manchmal gedacht habe Kauf dir endlich die Sch... Formen kann jeder von euch, glaube ich, nach-vollziehen. Die Bemalung erfolgt in grau über alles. Hier und dort habe ich ein andersfarbiges Kopfstein-pflaster angedeutet. Das Obligo, schwarz washen und aufhellen. Die Häuserruinen entstanden nach einer groben Skizze aus dem All-zweckmaterial Styrodur. Die Positi-on der Fenster wurde vorgezeich-net und dann vorsichtig ausge-schnitten. Mittels Profilen und star-ker Pappe wurden die Fensterrah-men und Einfassungen dargestellt. Zubehör aus dem Modelleisen-bahnbereich wurde für die Ver-schönerung missbraucht. Der Bo-den des linken Hauses wurde mit Pappmaschee aufgefüllt und dann jede Menge Schutt darauf geklebt. Nach der Bemalung wurde das ganze mit der Airbrush und sehr stark verdünnter schwarzer Farbe leicht über genebelt um die Be-schädigung durch Feuer darzustel-len. Das zerstörte rechte Haus habe ich zunächst mit einem Skal-pell bearbeitet um die zerstörten Mauern herauszuarbeiten. Unter zu Hilfenahme eines Löffels und einer Graviernadel wurde nun hier und dort etwas Mauerstruktur eingra-viert. Warum ein Löffel werden sich jetzt einige Fragen. Nun mit dem wurde das Styrodur vorsichtig ein-gedrückt und so den abgeplatzten Putz darzustellen. Der Holzboden des Obergeschosses die Treppe und das Geländer entstanden aus Balsaholz und Profilen. Bemalung wie immer mit dem üblichen Finish. Nachdem nun die Häuser fertig waren wurden sie vorsichtig an die vorgesehenen Stellen platziert. Rundherum, unter zur Hilfenahme von verschiedenfarbigen Pastell-kreiden, konnten nun die vorberei-teten Schuttberge angebracht wer-den. Dies geschah in mehreren Schichten. Abschließend noch mat-ter Klarlack darüber. Nach ausrei-chender Trocknung konnten nun die Figuren, Fahrzeuge und das sonstige Zubehör aus der Grabbel-kiste an die gewünschte Position geklebt werden. Die Bauzeit betrug mit großen Un-terbrechungen rund ein Jahr.

Als Resümee darf ich sagen, wie bei meinen anderen Modelle auch, habe ich wieder eine Menge dazugelernt bzw. meinem Kredo folgenden wieder einige neue Techniken ausprobiert. Das nächste Dio wird aber wieder etwas kleiner.

(c) Dirk IMM 1998 206