Die Schattenparker
oder ein Panzer III unter Palmen

Ach nö schon wieder von mir. Doch es ist wahr, der nächste Baubericht von Dirch. Und alle, dass sei jetzt hier mal erwähnt, sind keine alten Modelle von mir, sondern erst in diesem Jahr entstanden und noch nicht ganz trocken (auch nicht hinter den Ohren).

Im Hochsommer dieses Jahres, bei 40 Grad im Schatten und einem kühlen Getränk mit Schirmchen, kam mir die Idee "mach doch mal ein Afrika Dio mit Palmen und so". Nein es war kein Sonnenstich, sondern die Muse die mich küsste. Also ran an die Planung und los gings. Als erstes die Palmen. Man glaubt gar nicht was hier alles zu berücksichtigen ist. Es gibt Kokospalmen, Dattelpalmen, Zierpalmen usw. Die Palmen in den Dschungelgebieten unterscheiden sich von denen in der Wüste etc., etc. (Ich glaube ich habe doch einen Sonnenstich abbekommen oder warum schreibe ich das alles, ach egal.). Also ab ins Netz und einmal gegoogelt und schon hatte man alles was man braucht. Doch nun kam die Ernüchterung. Die im Handel erhältlichen Palmen sind, na ja sagen wir es mal so, nicht ganz so schön. Aber wozu ist mann Bauer wenn auch dieses Problem nicht gelöst werden kann. Bauen wir es ebend selbst.
Die Blätter entstanden aus Papier. Mit einem Zirkel wurde ein entsprechend großer Kreis aufgebracht und dann jeweils von Rand aus, immer dort wo ein Schnittpunkt ist, im gleichen Radius ein neuer Kreis gezogen und schon ergibt sich daraus 6-mal die Form eines Palmenblattes. Dies wiederholt man dann ein paar mal mit unterschiedlichen Radien. Zum Schluss noch freehand die Stiele ergänzt und ausschneiden. Anschließend habe ich in der Mitte ein Stück Draht aufgeklebt, welches etwas über den Stiel herausragt. Dadurch lässt sich das Papier nachher besser in Form biegen und gleichzeitig ergibt sich noch eine Art Haltegriff für die Weiterverarbeitung. Nun müssen noch die einzelnen Blätter eingeschnitten werden. Eine ziemlich aufwendige Arbeit, da es bei mir 36 Blätter waren . Hier zeigt nun wieder der Draht seine Vielseitigkeit, diente er jetzt auch noch als Schneidhilfe. Ich weiß nicht mehr wie lange ich für diese Arbeit gebraucht habe (Jeder der jetzt darauf gewartet hat das ich hier sagen "eine Arbeit die einen auf die Palmen bringt", tja den muss ich enttäuschen, der Witz wäre zu flach gewesen). Vor der Bemalung habe ich auf der Ober- und Unterseite in der Mitte der Blätter noch eine Linie mit Leim aufgebracht, um den Stiel noch besser herauszuarbeiten. Lackiert wurden die Blätter zunächst mit der Airbrush in grün. Dann folgte ein Wasching mit dunkelgrüner und die Aufhellung mit zwei unterschiedlichen, helleren grünen Ölfarben oder bei den vertrockneten Blättern in braun.


Der "Palmenbausatz"

Der Stamm Marke Eigenbau entstand wie folgt. Man nehme ein Stück Plastikrohr mit einem entsprechenden Durchmesser verbiege diesen etwas. Ummantele das mit Modelliermasse Magic Sculp (wichtig am Kopf etwas wulstiger werden und nach oben hin größer) und modelliere nun vorsichtig ein paar Vertiefungen im Kreis um den Stamm über die ganze Fläche. Das ganze muss nicht allzu Akkurat sein, in der Natur ist es auch nicht immer gerade. Nun ziehe man in den sich ergebenden Flächen die Modelliermasse mit sehr grobem Schmiergelpapier nach oben, ganz wichtig von unten nach oben. Und schon ergibt sich das typische Palmenmuster. Ich hoffe ich habe mich klar ausgedrückt, wenn nicht einfach mal nachfragen. Grundiert ist der Stamm in grau. Nun wurden die bereits fertigen Blätter an die gewünschten Positionen gebracht. Mit der Proxxon an gewünschter Stelle ein Loch gebohrt und den Draht eingekleben. Nun noch die unter den Blättern typischen Wülste anmodelliert. Dann darf der Stamm bemalt werden. Ich verwendete dazu Sienna gebrannt. Die Wülste wurden bewusst nicht grundiert, dadurch wirken Sie etwas heller. Nun kommt das Obligo. Schwarz washen und mit zwei helleren Brauntönen trocken malen. Dann noch die Blätter in die gewünschte Position biegen. É violá fertig ist die Palme. Unter der zur Hilfenahme von Drahtstifte nun auf die vorbereitete Dio-Platte bringen und der Teil ist abgeschlossen.

Der Pz. III
Bei der Wahl des Fahrzeugs für mein Dio entschied ich mich für den Panzer III., Ausf. L von Revell. Das DAK hat von diesen Typen im Juli und Augst 1942 ca. 76 Fahzeuge erhalten. Das Modell von Revell ist nach meiner Ansicht sehr gut. Es kann wahlweise eine frühe (mit Notausstieg in der seitlichen Wanne) oder späte Ausführung gebaut werden. Die Detailierung ist sehr ansprechend. Out of the box wollte ich diesemal nicht bauen, so das ich mich entschied das Modell noch etwas zu verändern. Zum einen wollte ich die durchbrochenen Führungszähne der Ketten darstellen. Also ran an die Bohrmaschine und fröhlich drauf los gebohrt. Die Zähne die dabei zerstört wurde (kann bei einer solchen Arbeit schon mal vorkommen) habe ich aus Draht nachgebildet. Desweiteren wurden die Verkabelung der Scheinwerfer mit Hilfe von Draht nachgebildet. Aus dickerem Draht und Bleifolie entstand am Heck die Vorrichtung für die Aufnahme von Benzin- und Wasserkanistern. Ich weiß nicht genau ob das Bild an dem ich mich orientiert habe (Concord - Armor of the DAK) eine Truppenimprovisation ist oder nicht. Am Turm habe ich über den Luken die Abweiser aus Bleifolie hinzugefügt. Das Bauteil für die Zusatzpanzerung an der Kanon ist beim Bausatz geschlossen dargestellt. Mit Sheet entstand eine offene Version. Je ein Gitterrost über die Motorlüfter, noch den vordere rechten Scheinwerfer und die Rückleuchte etwas verbessert sowie am Turm die beiden Haltegriffe und das sollte es bei diesem Modell dann auch gesesen. Grundiert wurde mit Vallejo Desert Yellow. Dem Washing mit schwarzer Ölfarbe folgte noch das Chipping in schwarz um eine starke Abnutzung darzustellen. Ganz zum Schluss wurde nun die vorbereiteten Kanister und Holzkisten auf dem Modell befestigt und mit gezogenem und in schwarz bemaltem Gussast die Befestigung dargestellt.




Mann posiert fürs Foto

Mistrauisch sind die Waffen aber am Mann

Die Figuren
Insgesamt sollte die Szene ein zufällige Begegnung zweier Kulturen darstellen. Mann versteht sich und posiert fürs Familienalbum zu Hause. Neben der Besatzung des Panzers, die eigentlich eine Ruhepause im Schatten genießen wollte (daher der Titel), mussten noch ein paar weitere Figs mit aufs Bild. Was lag da näher als Beduinen. Also wiedereinmal alle Figurenpackungen nach ein paar passenden durchwühlt. Das Airfix- und das Esci-Set hatten die richtigen Figuren parat. Da ich den Airfixsatz schon in der Hand hatte fielen mir die Dromedare (wichtig für Afrika - Dromedare und keine Kamele) praktisch in den Schoss. Um ein bischen Abwechslung bei den Tieren reinzubringen habe ich bei einem die Beine kurz oberhalb des Oberschenkels und der Füße amputiert. Mit Draht, der in die richtige Position gebogen wurde, und Magic Sculp entstanden dann meine ersten modellierversuche für Gliedmaße. Die Bemalung erfolgte wie immer mit Acryl- und Ölfarben wobei ich diesesmal die Bedus teilweise nur in Öl gemalt habe um diese Technik einmal auszuprobieren.

 

Das Dio
da ich die Palmen zuerst gefertigt habe, musste zu Beginn schon eine dünne Schicht Molto auf die Holzplatte aufgebracht werden, damit ich die Palmen schon einmal befestigen konnte. Hierbei wurde das Gelände schon einmal grob vormodelliert.
Nun wurden die vorbereiteten Wüstenpflanzen auf dem Untergrund befestigt.
Anschliesend wurde noch unter der zur Hilfenahme von verdünntem Leim eine Schicht Vogelsand aufgebracht. In diesen wurden dann die Fußspuren und die Kettenspuren hineingedrückt.
Nach Trocknung nun die Bemalung mit Emailefarbe Humbrol 93 (Sandfarbend). Das Trockenmalen, zur Verbesserung der Konturen, erfolgte nur in weiß, da die Sandfarbe schon sehr hell wirkt.

Nun konnte der Panzer an die vorgesehene Stelle platziert werden. Als letzten Arbeitsgang nun noch rund um den Panzer etwas Leim und Vogelsand, um das einsinken in den Sand zu verdeutlichen. Die Bemalung dann wieder mit Humbrol sand und weiß.

 

Dirk IMM 1998 206

Literatur/Quellen:
Internet - für die Palmen und Pflanzen der Wüste
Concord - Armor of the DAK # 7021
O
sprey - Elite No. 34 - Afrikakorps 1941-43
Spielberger - Panzerkampfwagen III
Ein Heft in russischer Sprache über den Panzer III dessen Titel ich nicht entziffern kann mit sehr vielen Zeichnungen

(c) Dirk IMM 1998 206