Das LCM 3 von Dragon

oder "the blues and the greys" (Bezeichnung für die 29ste Infanterie Division U.S. Army)

Geschichtlich möchte ich die Landung am D-Day, 6. Juni 1944, des 116. Infanterie Regiments der 29. US Division am Omaha Beach darstellen. Die Kompanien dieses Regimentes gingen in der ersten Welle, unmittelbar nach den DD-Panzern (von denen ja gerade an Omaha nur zwei oder drei ankamen), an Land. Dies ist geschichtlich zwar nicht ganz richtig, ich sage das bevor wieder der Aufschrei kommt DAS STIMMT JA GAR NICHT, aber diese künstlerische Freiheit nehme ich mir jetzt. Ich weiß, dass das 116te nicht in LCM 3, sondern in LCVP´s an Land ging. Dennoch fand ich das Modell des LCM3 für mein Vorhaben am besten geeignet.

Das Modell
Das Dragon Modell ist Qualitativ genauso gut wie das von Trumpeter, hat aber den großen Vorteil das Figuren, Zubehör und eine Bodenplatte im Set enthalten sind. Die Qualität der Spritzlinge ist hervorragend. Der Zusammenbau stellt niemanden vor große Schwierigkeiten, so dass das Modell nach zwei Tagen auf der Inter 2006 schon fertig war. Der Bau geschah out of the Box, lediglich die Seile für die vordere Ladebordwand wurden aus Draht nachgebildet. Zusätzlich erhielt das Boot noch an jeder Seite zwei "ausgediente" Reifen die mit eingefärbter Nylonschnur befestigt wurden. Bis hier hin war das dann aber nur der einfache Teil.

Das Diorama (oder Dio-Drama)
Die enthaltene Basisplatte aus durchsichtigem Kunststoff ist ja bereits mit Strand, Wasser nebst den Wellen und einer Vertiefung für das Landungsboot vorstrukturiert.
Die Darstellung des Wassers aber brachte mich fast zur Verzweiflung. Ich hatte zwar einen guten Baubericht von Stefan Szymanski (einige kennen seinen Kriegshafen von der 25. Jahr Feier) als Vorlage, es wollte und wollte aber nicht klappen. Erst nach dem dritten Anlauf sah es dann aus wie Wasser.
Nun zur Vorgehensweise. Man bemale ein Stück Pappe willkürlich mit verschiedener grüner Farbe und klebe diese dann UNTER die im Bausatz enthaltene Wasserplatte. Anschließend werden von oben mit der Airbrush weitere Grüntöne aufgebracht und zwar eine Mischung aus Farbe und glänzendem Klarlack sowie reichlich Verdünnung. Hierbei habe ich schon auf die Tiefe geachtet und die Wellenkämme mit helleren Tönen bearbeitet. Nach AUSREICHENDER Trocknung wurden die erhabenen Stellen mit weißer Ölfarbe betont. Nachdem das getrocknet war wurde noch eine Schicht glänzender Klarlack aufgetragen um die Nässe richtig raus zu holen. So ganz bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ich glaube hier machte Übung den Meister.

Der Strand ist ja schon in der enthaltenen Bodenplatte angedeutet, ich habe mich aber entschieden noch etwas Vogelsand drauf zu streuen und das ganze dann in mehreren Gelbtönen bemalt (Basisfarbe + Trockenmalen). Die Strandhindernisse (die Packung enthält ja bereits 6 Stück) wurden dann in den noch nassen Untergrund hineingerückt, um das Einsinken der Metallhindernisse darzustellen. Das Auflaufhindernis entstand aus einem Kunststoffrohr mit Tesa-Abdeckband. Einfach das Tesa darumwickeln und in einem dunkelbraun bemalen. Nach der Aufhellung mit grauer Farbe wurde die Mine einfach mit dünnem Draht am Kopf befestigt und sehr stark gealtert.
Nun konnte das Boot zu Wasser gelassen werden. Die verbliebenen Lücken zwischen der Wasserstruktur und dem Fahrzeug habe ich mit Leim aufgefüllt und gut trockenen lassen. Nachdem der Leim fast durchsichtig ausgetrocknet ist, folgt noch eine abschließende Behandlung mit weißer Ölfarbe. Zu guter letzt wurden nun die Wasserstrahlen der Lenzpumpe aus Schnur und Leim sowie weißer Ölfarbe angebracht.

Die Figuren
Im Bausatz sind schon ein paar sehr schön detaillierte Figuren enthalten (12 glaube ich). Sind zwar alle ziemliche Brechmänner, aber ich finde Sie dennoch sehr gut.
Für die richtige Bemannung fehlten noch ein paar, da die LCM 3 Boote mit 50 bis 60 Mann besetzt waren (je nach Quelle). Also alle Figurensätze von US Infanterie nach passenden durchsucht. Zusätzlich wurden ein paar weitere, sowie ein großer Teil der enthaltenen Figuren, umgebaut. Es sind dann doch nur 20 Mann Besatzung geworden. Auch diese "künstlerische Freiheit" nehme ich mir jetzt aber mal und mein Boot hat ebend weniger an Bord.
Nach der Grundierung in weiß erfolgte die Bemalung wie immer mit Acryl- und Ölfarben. Hautpartien und einige Ausrüstungs-gegenstände mit Öl. Die Uniformteile mit Vallejo Farben. Die Schattierung dieser nun mit Ölfarben und die Aufhellung wieder mit aufgehellter Acrylfarbe.
Noch ein paar Holzkisten als zusätzliche Belandung und fertig was.

Dirk IMM 1998 206

Literatur:
Osprey - Campaign No. 100 - D-Day 1944 (1) Omaha Beach
O
sprey - Men At Arms No. 350 - The US Army in World War II (3) North-West Europe
O
sprey - Elite No. 80 - The US Navy in World War II
Squadron Singal # 4017 - WWII US Landing Craft in Action

(c) Dirk IMM 1998 206