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| Beschreibung
des Dioramas | ||||
| Bau des Dioramas
Das Fahrzeug Sd.Kfz.251/22 - Bau des Fahrzeugmodells | ||||
| Erst zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich entschieden die Wartungsklappen des Motorraumes geöffnet darzustellen, so dass auch dieser gesamte Bereich aufwendig detailliert wurde. Der Motor selbst entstammt dem entsprechenden Set für das Sd.Kfz.251 von CMK, jedoch wurde auch dieser stark überarbeitet. Nach der Bemalung und Alterung des Motorraumes wurde der ebenfalls fertig bemalte Motor eingebaut und im Anschluss komplett verkabelt, der Luftfilter installiert und unzählige Rohre angeschlossen, um alles so realistisch wie möglich darzustellen. Die ebenfalls innen fertig bemalten und gealterten Teile der Ober- und Unterwanne konnten nun miteinander verklebt werden. Als ausgesprochen kniffelig erwies sich die Montage des Pivots für das 7,5cm Pak-Geschütz, da ich für dessen Einbaulage im Fahrzeug keine Maßstabszeichnung fand. Im nächsten Schritt wurden die Staukästen und die vorderen Schutzbleche von PART am Fahrzeug angepasst. Erstmals versuchte ich die Vorderachse des Modells lenkbar zu gestallten. Dies gelang auch mit Hilfe feinster Stahlstifte und geringster Mengen Kleber. Der gesamte Fahrwerksbereich wurde aufwendig verfeinert. So besteht die Kette des Fahrzeuges aus selbst erstellten zweiteiligen Einzelgliedern, welche mit einer Montagehilfe zeitaufwendig zusammengefügt wurden. Vom Geschütz aus dem Hasegawabausatz blieben im Wesentlichen nur die Rohrwiege und der Verschlussblock übrig. Das doppelte Geschützschild ist dem PART Ätzteilsatz entnommen und das sehr feine gedrehte Rohr stammt von ABER, war aber ursprünglich für einen Panzer IV vorgesehen. Alle anderen Details entstanden in mühseeliger Kleinarbeit aus Kupferdraht, Metallteilen und Plastikprofilen. | ||||
| Die
Farbgebung: Das 3-Ton-Farbschema des Fahrzeuges wurde der Bauanleitung des entsprechenden Modells von Dragon in 1:35 entnommen. Nach der Grundierung mit Gunze Sangyo Mr. Surfacer 1000 folgte eine Vorschattierung mit ModelMaster Lederbraun und das Auftragen der gelben Grundfarbe XF 60 von Tamiya. Mit Hilfe der Triplex Airbrushpistole von Gabbert mit feinster Düse wurden nun entsprechend dem Vorbild-Farbschema die grünen Tarnflecken aus Tamiya XF 58 aufgesprüht, und diese grünen Tarnflecken wiederum durch dünne braune Linien aus XF 64 begrenzt. Zum Teil mussten die entsprechend grünen oder gelben Bereiche noch etwas nachkorrigiert werden, da diese extrem dünnen braunen Linien sehr schwierig zu sprühen waren. Nachdem die Farben gut durchgetrocknet waren, wurden die Abziehbilder aufgebracht und es folgte die Alterung des Fahrzeuges. Mit einem sehr feinen Pinsel und Ölfarbe Van Dyck Braun entstanden feinste Lackkratzer. Um Rost darzustellen, wie am beschädigten Kotflügel oder am Auspuff, wurden die Teile mit Ölfarbe Umbra braun bemalt und anschließend in die noch feuchte Ölfarbe braune, rostfarbene Pastellkreide getupft. Mit dieser Methode erhält man eine sehr realistische Rostdarstellung. Schmutzschlieren werden ebenfalls durch Ölfarbe dargestellt, welche ungleichmäßig in verschiedensten Farbtönen aufgetupft wird und nach einer kurzen Trocknungszeit mit einem Terpentingetränkten Pinsel nach unten abgezogen werden. Nach dem Auftragen einer feinen Staubschicht Tamiya XF 57 Buff mit der Airbrush wurde das gesamte Modell mit mattem Klarlack versiegelt. Eine sehr große Hilfestellung bei der Detaillierung und Bemalung des Fahrzeuges leisteten die sehr guten Fotos eines restaurierten Fahrzeuges aus dem Heft der polnischen Serie " Militaria in Detail", an welchen ich mich ständig orientierte. | ||||
| Die
Figuren Alle Figuren mussten entsprechend der dargestellten Szene stark umgebaut werden. Die Besatzungsmitglieder des Sd.Kfz.251 entstammen zumeist den sehr guten Preiser Figurensätzen deutscher Panzersoldaten. Nur geringfügig wurden einige Details ergänzt, wie neue Kragenspiegel, Gürtel oder neu modellierte Taschen. Der Kommandant des Fahrzeuges und der Kampfgruppe ist ein Resinabguß einer Zinnfigur und erhielt neue Arme und einen Kopf von Preiser aus Plastik. Die Bemalung der Besatzungsmitglieder des Fahrzeuges erfolgte in jeweils unterschiedlichen Uniformausführungen, um so wieder den Eindruck eines zusammengewürfelten Haufens gegen Kriegsende zu erwecken. Die vier Figuren der kleinen Volkssturmgruppe sind aller unterschiedlicher Herkunft. Der Dicke ist der Umbau einer Zivilfigur von Preiser, ebenso der das MG Haltende. Die Mäntel dieser beiden Figuren wurden mit Hilfe von Bleifolie und Andrea Magic Sculp Modelliermasse aufwendig gestaltet. Der Hitlerjunge ist ursprünglich eine 1:76er Figur von FCM aus dem Figurenset "Gruppe Peiper". Jedoch sollte beachtet werden, dem Halbwüchsigen Ausrüstungsgegenstände in 1:72 zu verpassen, wie der Stahlhelm und die Handgranate, damit die Figur realistischer wirkt. Für die Bemalung der Hautpartien benutze ich immer Ölfarbe, da sich so weiche Übergänge zwischen helleren und dunkleren Hautpartien gut realisieren lassen. Jedoch muss die etwas längere Trocknungszeit beachtet werden. Die einzelnen Uniformen wurden mit Enamelfarben bemalt. Nachdem die Farben gut durchgetrocknet waren folgte eine Schattierung mit verdünnter schwarz-brauner Ölfarbe. Sollte einmal zuviel Ölfarbe in die Vertiefungen der Figur aufgebracht worden sein, kann diese mit einem terpentinfeuchten Flachpinsel wieder abgenommen werden. Nachdem wiederum auch die Ölfarbe gut durchgetrocknet ist, werden die erhabenen Stellen der Figur mit aufgehellter Grundfarbe trockengemalt. Die feinsten Details an den Figuren, wie Gürtel, Orden, Armbinden oder Kragenspiegel werden wieder mit Ölfarbe herausgearbeitet. So entstand zum Beispiel das Strich-Tarnmuster der Jacke des im Vordergrund stehenden Soldaten mit dem Einhaarpinsel und schwarz-brauner Ölfarbe. Die Handfeuerwaffen und Ausrüstungsgegenstände der Figuren entstanden überwiegend in Eigenbau und wurden für spätere Projekte in Resin vervielfältigt. Die Bemalung erfolgte auch hier mit Humbrolfarben als Basis und Ölfarben zur farblichen Detaillierung. | ||||
| Das Diorama Die Dioramengrundplatte mit der Kirchenruine wurden ehemals von der Fa. SF-Modellbau angeboten, welche leider so nicht mehr existiert. Einige zusätzliche große Steine des Kirchenmauerwerks wurden aus Resinklötzchen erstellt und mit einer Mischung aus echtem alten Mauerwerksputz und Weißleim in einem größeren Schutthaufen eingebunden. Das eiserne Tor ist ein eingepasstes Fotoätzteil von Extra Tech. Die zwei Heiligenstatuen neben dem Eingangsportal der Kirche sind ursprünglich Modelleisenbahnfiguren im Maßstab 1:120, Spurweite TT, welche jedoch entsprechend einem Vorbild aus der Nähe meines Wohnortes mit Metallfolie und Modelliermasse komplett umgebaut wurden. Das gesamte Diorama wurde mit unzähligen weiteren Ausrüstungsgegenständen und Zubehör ausgestaltet. So entstanden die Munitionskisten für die 7,5 cm Granaten in Eigenbau, die Granaten selbst entstammen einem entsprechenden Zubehörsatz von Attack aus Resin. Der kleine Handwagen und die Gepäckstücke, welche auf ein kurz zuvor stattgefundenes Flüchtlingsdrama hinweisen sollen, wurden Preiser Zubehörsätzen für den Modelleisenbahnbedarf entnommen. Im Eigenbau entstanden der Kerzenständer, die Bilder, die Schuhe und die auf dem Boden verteilten Kleidungsstücke, sowie die drei Löwenzahnpflanzen. Mit dem Aufbringen dieser letzten Details endete der Bau des Dioramas, mit einigen kurzen Unterbrechungen, nach ca. 3 Jahren, daher war die Fertigstellung nach so langer Zeit auch eine große Erleichterung. | ||||
Literaturliste | ||||
(c) Andreas Malsch IMM 2004 048