"Die Tiger kommen"

Sd. Kfz. 181 Tiger I Ausf. E als Befehlsfahrzeug der s. Pz. Abt. 502
Sd. Kfz. 250/1 (alt) 96. Inf.-Division Leningrader Front Winter 1942/43
Von Andreas Malsch

Das Vorbild
Bereits in den 30iger Jahren begannen die Planungen für ein Nachfolgefahrzeug des Pzkw IV. Gefordert wurde ein Schwerer Kampfpanzer mit einer Frontpanzerung von 100 mm und einer Seitenpanzerung von 60 mm, sowie der KWK 8,8 cm. Die Firmen Henschel und Porsche entwickelten verschiedene Prototypen, wobei sich das von Porsche entwickelte Fahrzeug nicht durchsetzen konnte. Die Serienproduktion des Tiger I lief im August 1942 bei Henschel an. Die ersten vier Tiger wurden mit der s. Pz. Abt. 502 in den Leningrader Raum verlegt, und sogleich eingesetzt. Dieser Einsatz endete in einem Fiasko, da alle Fahrzeuge durch technische Mängel ausfielen und somit der Überraschungsmoment verloren ging. Die s. Pz. Abt. 502 wurde mit weiteren Tigern ausgestattet, welche zuverlässigere Aggregate und weitere technische Neuerungen besaßen. Somit erwarb sich der Tiger bald einen legendären Ruf. Mein Diorama stellt einen Befehlstiger der 1. Kompanie der s. Pz. Abt. 502 dar, welcher gerade durch ein russisches Dorf in der Nähe von Leningrad fährt. Am Straßenrand parkt ein Sd. Kfz. 250/1 einer Aufklärungsabteilung der 96. Inf.-Division. Der Schützenpanzer bekommt gerade einen neuen Wintertarnanstrich. Die meisten deutschen Soldaten kennen zu dieser Zeit große schwere Panzer nur von der russischen Gegenseite und somit machen sie einen recht faszinierten Eindruck beim Anblick des großen deutschen Tigers.

Bau des Dioramas
Liste der verwendeten Modelle
- Tiger I Ausf. H - Revell
- Fotoätzteilesatz Tiger I - Extra Tech Nr. 7211
- Fotoätzteilesatz Tiger I - Eduard Nr. 22021
- Schwere dt. Abschleppseile - Dolp Nr. Z 7255
- Sd. Kfz. 250/3 Funkwagen - ESCI - Sd. Kfz. 253 - AL-BY
- Deutsche Soldaten laufend / rastend - Preiser
- verschiedene Figuren von FCM
Abziehbilder
- Tl-Decals Nr. 2815 Balkenkreuzvarianten / Nr. 2812 Taktische Zeichen
- Rainershagener Naturals - No. 10 Schnee No. 110 Mattkleber

Sd. Kfz. 181 Tiger I Ausf. E früh
Als Ausgangsbasis für den Umbau eines Tigers in ein sehr frühes Fahrzeug diente mir der sehr schöne Bausatz des Tiger I H von Revell. Begonnen habe ich mit der Montage der Hauptbauteile der Wanne und des Turmes. Sodann bearbeitete ich die Oberfläche des Modells mit einem Fräsaufsatz um die raue Oberflächenstruktur von Panzerplatten darzustellen, da mir das Modell viel "zu glatt" erschien. Auf der linken Turmseite müssen die Löcher für die Ersatzkettenglieder verspachtelt werden, da diese nicht benötigt werden. Die Luke des Ladeschützen wollte ich geöffnet darstellen, weshalb ein entsprechender Durchbruch in das Turmdach gefräst werden musste. Sämtliche Schweißnähte wurden nachgraviert, da die meisten am Modell fehlten. Außerdem wollte ich ein Fahrzeug bauen, welches über eine kleine Bodenwelle fährt. Aus diesem Grund wurde auf der linken Seite der 3.-5. Drehstab entfernt und wellenförmig neu angeklebt. Durch "trockenes" Aufstechen der Laufrollen ließ sich die ganze Sache recht gut ausrichten. Die Kette wurde zu diesem Zeitpunkt bereits angepasst und zurechtgebogen. Nachdem endlich alle diese groben Arbeiten abgeschlossen waren, konnte ich mit der lecker Detaillierung beginnen. Damit angefangen habe ich am Fahrzeugheck. Die Auspuffrohre wurden überarbeitet und bekamen zwei kleine Schutzdeckel. Die Flammbleche für die Auspufftöpfe werden bei einem sehr frühen Tiger nicht benötigt. Der Wagenheber wurde von einem ESCI-Teil abgegossen und mit Handgriffen sowie einer Kurbel verfeinert. Auch die Halterung des Wagenhebers wurde komplett überarbeitet. An der hinteren oberen rechten Seite der Wanne befindet sich die Aufnahme für die Sternantenne D. Diese Aufnahme, auf welcher ein entsprechender Antennenfuß befestigt wird, stellte ich aus entsprechenden Plastikprofilen dar. Auf der linken Seite wurden acht Winkel in gleichen Abständen montiert, welche ursprünglich als Halterung der Werkzeugkiste dienten, die aber hier weggelassen wurde. Diese acht Winkel entstammen dem Fotoätzteilesatz von Eduard und sind eigentlich als Halterung der seitlichen Abschleppseile gedacht.

Der frühe Abstandshalter ist ein abgegossenes Fotoätzteil, welches vorher entsprechend verstärkt, auf- und umgebaut wurde. Aus 0,4 mm breiten Plastikstreifen mit 0,3 mm Löchern werden die Halterungen der hinteren Kettenabdeckung dargestellt. Auf der Motorabdeckung wurden zuerst die an Teil 28 angegossenen Rohre des Feifel-Luftfiltersystems entfernt. Der Lufteinlass wurde neu aufgebaut. Die vier geätzten Lüftergitter entstammen dem Fotoätzteilesatz von Eduard und wirken sehr realistisch. Eine Arretierung der Motorklappe musste neu angefertigt werden. Der Feuerlöscher ist ebenfalls Marke Eigenbau aus Profilen und Bleifolie. Die dem Bausatz beiliegenden Abschleppseile werden nicht verwendet, da diese erstens nicht so besonders aussehen und zweitens müssen bei frühen Tigern die Abschleppseile mit den Zugösen auf der Heckplatte befestigt werden, statt vorn neben dem Turm. Die schweren Abschleppseile der Firma DOLP eignen sich hervorragend für dieses Unterfangen. Zuerst wurden die feinen Stahllitzen über einer Kerze ausgeglüht, somit lassen sich diese später besser in Form bringen. Nachdem die Litzen auf entsprechende Länge gekürzt wurden, klebt man auf die Enden Plastikrundmaterial als Endverbinder. Die Zugösen sind abgegossene und überarbeitete Teile aus einem ESCI-Panther-Bausatz. Die Halterungen der Abschleppseile wurden aus Plastik neu erstellt. Zu diesem Zweck wurden kleine viereckige Plastikstücke jeweils rechts und links auf der Fahrzeugwanne in gleichen Abständen aufgeklebt. Zwischen diesen Plastikstücken wurde anschließend das Abschleppseil fixiert. Über jeweils zwei dieser gegenüberliegenden Plastikstücke kam dann wie eine kleine Brücke ein schmaler 0,1 mm starker Plastikstreifen, welcher auf einer Seite etwas umgebogen wird um das Scharnier darzustellen. Auf die andere Seite des Streifens kommt noch als i-Tüpfelchen jeweils eine selbstgebaute Flügelmutter. Im weiterem Verlauf der Detaillierungsarbeiten habe ich alle Werkzeuge komplett erneuert bzw. überarbeitet. Dazu müssen zuerst die am Modell angegossenen Werkzeuge entfernt werden. Dem Fotoätzteilesatz von Eduard liegen zwar ein zweiteiliger Hammerkopf und eine Axt bei, mit diesen flachen Ätzteilen konnte ich jedoch nichts anfangen. Diese Teile, wie auch die Drahtschere samt Halterung wurden aus Plastik neu erstellt. Der Unterlegeklotz wurde aus Balsaholz neu angefertigt, mit einem Tragegriff aus 0,1 mm Kupferdraht und einer Halterung aus Bleifolie versehen. Die Scheinwerfer des Bausatzes habe ich abgegossen und in der Höhe angepasst. Die Aufnahmen der Scheinwerfer wurden ebenfalls aus Plastikmaterial vorbildgerechter gestaltet. Die Kabel entstanden aus 0,3 mm Kupferdraht. In die MG-Kugelblende musste umlaufend vorsichtig eine Nut mit der Minibohrmaschine gefräst werden. Des weiteren habe ich zwei Verschraubungen aus Kupferdraht mit Flügelmuttern ergänzt, welche der Unterwasserfahrt-Abdichtung dienten.

Diese sehr frühen Tiger hatten zum Teil keine Kettenabdeckung für die Treibräder. Diese Abdeckungen stellte die Truppe bald aus vorhandenem Prägeblech selbst her. Da es im Maßstab 1:72 keine fotogeätzten Strukturbleche gibt, wie etwa im Maßstab 1:35, musste ich mir selbst welche anfertigen. Dazu habe ich sehr feines Kupfergitter der Firma DOLP ( Nr. Z 7202 ) auf eine Plastikplatte von 0,1 mm Stärke mittels sehr dünnflüssigen Cyanacrylat-Sekundenklebers aufgebracht. Der schrägen rautenförmigen Struktur dieser Prägebleche folgend mussten diese Abdeckungen diagonal im 45° Winkel ausgeschnitten und auf die richtige Größe gebracht werden. Nach leichtem Verbiegen, um Beschädigungen darzustellen, werden die Teile am Fahrzeug montiert und mit einem fotogeätzten Scharnier versehen. Wie auf dem Foto zu erkennen, habe ich der rechten Abdeckung einen Anstrich aus verdünnter schwarzer Farbe verpasst, um die Wirkung dieser selbst gefertigten Teile nach der Lackierung zu testen. Die seitlichen Kettenabdeckungen werden bei einem frühen Tiger komplett weggelassen. Am Fahrzeugbug wurde noch eine Halterung für Ersatzketten ergänzt. Diese baut aus einer logischen Überlegung heraus auf. Die untere Halterung ist komplett mit der Wanne verschweißt. Bei der oberen Halterung werden lediglich zwei äußere Winkelprofile verschweißt, zwischen welche ein langes Flacheisen geschraubt wird. Somit können die Ersatzkettenglieder in die untere Halterung eingesteckt werden. Verschraubt man dann das Flacheisen, können die Ersatzketten nicht mehr herausspringen, da sich dieses zwischen den Führungszahnreihen befindet.
Die Schäkel vorn und hinten am Fahrzeug sind Abgüsse eines Teiles aus der Grabbelkiste. Kommen wir nun zum Turm. Verschiedene flache Profile wurden vorn am Turm ergänzt und mit einer Schweißnaht versehen. Man sollte sich hier in der Literatur orientieren. Die Nebelwurfkörper von Eduard wurden mit Plastikrundmaterial gefüllt, mit drei Kupferdrähten versehen auf die Halterung von EXTRA-TECH geklebt. Ein besonderes Merkmal der frühen Tiger ist der Pz. III-Staukorb. Dieser wurde vom Pz. III von ESCI abgegossen und überarbeitet. Die Halterungen entstanden aus Plastikstreifen mit 0,3 mm Löchern, in welche Kupferdraht geklebt wurde. Die Verschlüsse des Staukorbes stammen wieder von EXTRA-TECH. Aus dem EXTRA-TECH Fotoätzteilesatz werden somit nur diese Verschlüsse, die Halterung der Nebelkerzen, sowie die Abdeckung der Winkelspiegel auf Fahrer- und Funkerluke verwendet. Der Zubehörsatz von Eduard enthält wesentlich mehr Teile, wovon aber auch nicht allzu viele für diesen sehr frühen Tiger benötigt werden. Somit wandert ein Großteil der Fotoätzteile in die Grabbelkiste. Die Luke des Ladeschützen habe ich aus Plastikmaterial und verschiedenen Kupferdraht selbst angefertigt. Lediglich die Scharniere sind von Eduard. An der Kommandantenkuppel mussten die Sehschlitze verspachtelt werden, da diese zu tief angeordnet waren. Ich habe diese nach der Lackierung aus schwarzen Abziehbilderstreifen dargestellt. Unter das Bausatzteil 41 des Turmlüfters habe ich das Eduard-Teil 11 geklebt. Für das Turminnere wurden die entsprechenden Teile von Eduard verwendet. Auf eine weitergehende Detaillierung des Innenraumes habe ich verzichtet, da dieser später nicht mehr einsehbar ist. Das furchtbarste beim Bau dieses Modells war jedoch die Kette. Auf der Außenseite habe ich die erhaben geprägte Struktur entfernt und anschließend entsprechend nachgraviert. An und für sich ist die Kette, dank Revell aus Plastiksegmenten und Einzelgliedern bestehend, nicht schlecht, jedoch sind die Führungszähne nicht durchbrochen dargestellt wie im Original. Das heißt, es sind ca. 400 Führungszähne mit einem 0,6 mm Bohrer der Minibohrmaschine aufzubohren, und der Grat ist zu entfernen.

Nach Abschluss all dieser Arbeiten wurde das Modell lackiert. Im ersten Schritt nach der Grundierung erfolgte ein kompletter Überzug mit Revell-Airbrushfarbe 31178 Panzergrau. Ist die Farbe gut durchgetrocknet, erfolgt ein Washing mit verdünnter Ölfarbe der Farbtöne Siena gebrannt und Schwarz, sowie ein Trockenmalen mit der Grundfarbe. Nachdem wieder alles gut durchgetrocknet war, wurde mit der Spritzpistole glänzender Klarlack auf jene Stellen aufgebracht, an welchen sich die Abziehbilder befinden. Die Balkenkreuze sind aus dem Programm von TL-Decals, die Ziffern stammen aus einem Panzer 38 (t) Bausatz von Attack. Um ihnen den Glanz wieder zu nehmen, erfolgte nach deren Aufbringen ein Überzug aus mattem Klarlack. Mit dem Ein-Haar-Pinsel wurde nun am Fahrzeugbug rechts das Mammut, Symbol der 502. s. Pz. Abt., mit weißer Ölfarbe aufgemalt. Nach einigen Übungen gelang dies auch recht gut. Im nächsten Arbeitsschritt erhielt der Tiger seine Wintertarnung per Trockenmalmethode mit weißer Ölfarbe. Die Markierungen wurden dabei viereckig ausgespart. Die Laufrollen wurden analog zum Fahrzeug lackiert, erhielten jedoch noch eine matt schwarze Gummiummantelung, welche mit aufgehelltem Schwarz trockengemalt wurde. Um das Fahrzeug zu altern, bin ich diesmal einen anderen Weg gegangen. Ich stellte mir die Frage, wie sollte ich die Kanten des Fahrzeuges aufhellen, wenn diese durch die Wintertarnung schon größtenteils weiß waren. Nach dem Lesen einiger Artikel in verschiedenen Modellbauzeitschriften ging ich die Sache folgendermaßen an. Die Kanten des Fahrzeuges habe ich mit Van Dyck Braun Ölfarbe trockengemalt um abgeblätterte Farbe darzustellen. Nach unten laufendes Rostwasser wurde mit oranger Ölfarbe angedeutet. Nachdem diese ca. 10 min angetrocknet war, wurde sie mit einem in Terpentin getränkten Pinsel senkrecht nach unten zu einer Schliere abgezogen. Einige Stellen wurden mit Weiß mit derselben Methode behandelt, um verwitterte Wintertarnfarbe darzustellen. Für die verschiedenen Rosttöne am Fahrzeug und vor allem am Auspuff habe ich entsprechende Pastellkreidepigmente verwendet. Die Mündungsbremse der Kanone wurde mittels schwarzer Pastellkreide verrußt. Die Holzteile der Werkzeuge wurden mit Ölfarbe verschiedener Brauntöne bemalt, um weiche Übergänge der Farben zu erzielen. Die Metallteile behandelte ich mit verschiedenen Silberfarben und brauner Pastellkreide für den Rost. Sehr stark beanspruchte Kanten an Wanne und Turm habe ich mit einem weichen Bleistift nachgezogen. Dieser erzeugt einen sehr schönen metallischen Glanz. Die Ketten wurden mit Rostfarbe bemalt, mit schwarz gewaschen, trockengemalt und erhielten einen metallischen Glanz mit hellem Silber und dem Bleistift. Die Montage, der in Ober- und Unterteil bereits vormontierten Ketten erwies sich als reines Geduldsspiel, da diese dann doch nicht so genau angepasst waren. Ich musste dabei sehr vorsichtig zu Werke gehen, um keine Details am Fahrzeug zu beschädigen. Den Abschluss am Tiger bildete die Montage der zwei Antennen. Für die 2 m Stabantenne wird ein 0,3 mm starker, 28 mm langer Stahldraht verwendet, für die Sternantenne D ein etwas dünnerer 20 mm langer gezogener Gießast. Den Stern habe ich mir auf Papier gezeichnet und habe somit eine Schablone für die Winkel erstellt. Sodann wurden 8 mm lange, 0,4 mm breite Plastikstreifen stumpf aufeinander geklebt, mit Plastikkleber fixiert und ausgerichtet. Im Anschluss klebte ich den gezogenen Gießast auf den Stern, ließ die Sache trocknen, drehte die Antenne um und bog die sechs Strahlen schräg nach oben. Nach dem Befestigen am Fahrzeug ist man nur noch 2-3 Stunden damit beschäftigt, die Strahlen auszurichten.

Sd. Kfz. 250/1 ( alte Ausführung )
Von Anfang an war geplant, auf dem Diorama ein zweites kleineres Fahrzeug einzubauen. Zunächst kreisten meine Gedanken um ein kleines russisches, beschädigtes oder abgeschossenes, Fahrzeug. Da ich jedoch nichts passendes fand, fiel meine Wahl auf ESCI´s Sd. Kfz. 250/3 Funkwagen. Durch weglassen der großen Rahmenantenne und geringfügiger Umbauten im Innenraum sollte die Ausführung Eins als Halbgruppenmannschaftswagen entstehen. Außerdem setzte ich "kleineres Fahrzeug" mit "schnell zu bauen" gleich. Welch ein Irrtum! Bereits nach dem ersten eingehenden Vergleich des Bausatzes mit entsprechenden Vorbildfotos in der Literatur war der Umfang der Umbauarbeiten zu erkennen. Als erste radikale Maßnahme musste die Wandstärke der ESCI Ober- und Unterwanne verringert werden. Die Stärke der Seitenwände beträgt ca. 2-3 mm. Verringert man diese auf wenige zehntel Millimeter, erhält man sogleich einen wesentlich größeren Innenraum. Beim Original besteht der Kampfraumboden aus Strukturblech. Um dieses im Modell nachzubilden, verwendete ich aus dem Fotoätzteilesatz für das Sd. Kfz. 7/1 von Eduard ( Nr. Z 22023 ) das Teil Nr. 1, welches bei der Flak-Selbstfahrlaffete ebenfalls ein Bodenblech darstellt. Zu beachten ist, dass der Fahrer- und Funkerbereich etwas niedriger liegt, sowie das hintere Drittel des Kampfraumes etwas höher angeordnet ist. Nach vorn wird der Innenraum durch eine Plastiktrennwand zum Motorraum hin begrenzt. Im folgenden kann man sich beim Detaillieren im Innenraum des Modells austoben. Auf den Fotos erkennt man das original Bausatzteil für den Innenraum, sowie die Detaillierungsarbeiten in Ober- und Unterteil der Wanne kurz vor deren Abschluss. Einige Teile konnte ich dem Bausatz des Sd. Kfz. 251/22 von Hasegawa entnehmen. So wurden das Lenkrad, das Funkgerät, Fahrer- und Funkersitz abgegossen. Die beiden Sitze wurden in der Breite schmaler geschliffen, damit sie in das Fahrzeug passen. Der Fahrersitz wurde zusätzlich mit Rahmen, Sitzverstellung und Rückenlehenfedern versehen. Die Sitzbank mit Staukiste und Rückenlehne ist ebenfalls ein Hasegawa Teil, welches beim Sd. Kfz. 251/22 nicht benötigt wurde. Die Sitzfläche und Rückenlehne habe ich mit dem Minifräser unregelmäßig angeraut, um durchgesessene Polster darzustellen.

Die Gasmaskenbüchse und die MP 38 sind den Figurensätzen von Preiser entnommen. Die Schutzgläser der Sehklappen bestehen aus klarem Plastikmaterial, welches mit dünnen, schmalen Plastikstreifen umklebt wurde. Der Heckausgang, welcher entsprechend herausgefräst und gearbeitet wurde, erhielt einen Rahmen aus Plastikstreifen. Ergänzt wurden außerdem noch selbstangefertigte Teile wie: ein Feuerlöscher, ein Gurttrommelträger mit zwei Trommelmagazinen, Fußpedale für den Fahrer, Kopfhörer mit Kabel am Funkgerät, MG Laufbehälter und - schützer hinter dem Einzelsitz, eine Staukiste an der Rückenlehne des Funkersitzes, Signalpistole und Behälter für Signalmunition. Der Munitionsschrank im hinteren Bereich des Fahrzeuges ist aus Plastikmaterial und Kupferdraht für die Scharniere selbst gebaut. Er wurde abgegossen, um ihn für spätere Projekte eventuell vervielfältigen zu können. Der Getriebeblock zwischen den vorderen Sitzen wurde von einem Sd. Kfz. 10 von AL-BY abgegossen, welches ich zu meinem großen Glück noch in meiner Bausatzsammlung hatte. Lediglich ein paar Hydraulikleitungen, Tachowelle zum Armaturenbrett und Schalthebel mussten noch ergänzt werden. Die Schutzabdeckung auf dem Getriebegehäuse ist ein entsprechend bearbeitetes Plastikprofil. Das Armaturenbrett besteht aus einer 0,3 mm starken Plastikplatte, auf welcher Ringe aus 0,1 mm Kupferdraht für die Instrumente geklebt wurden. Vier Karabiner aus dem Fotoätzteilesatz der dt. Infanteriewaffen von EXTRA-TECH mussten noch an der rechten oberen Wannenseite in entsprechenden Halterungen ergänzt werden. Zum Abschluss erhielten diese vier Karabiner und das Dreibein des MG 34 jeweils einen Trageriemen aus Bleifolie. Bereits jetzt musste der gesamte Innenraum des Fahrzeuges bemalt werden, da man nach dem Zusammenfügen von Ober- und Unterwanne nicht mehr jeden Winkel mit dem Pinsel erreicht. Komplettiert wurde der Innenraum mit persönlichen Ausrüstungsgegenständen wie Planen, Essgeschirr, Trinkflasche sowie Handgranaten, MG- kästen und der Karte. Ich wollte jedoch nicht zu viel dieser Ausrüstung in das Fahrzeug packen, um ein Zustapeln der Details zu verhindern. Nachdem Ober- und Unterwanne miteinander verklebt wurden, musste ein auftretender Spalt zwischen diesen Teilen sorgfältig verspachtelt und verschliffen werden. Jetzt wurden die beiden Kettenabdeckungen, die ESCI-Teile 9 und 10, sowie die Teile 14 und 15 für die Auspuffabdeckung und den Zubehörkasten verklebt. Somit hatte man auch schon fast alle verwendbaren ESCI-Bausatzteile verbastelt. Der Zubehörkasten auf der rechten Seite musste nach oben vergrößert werden und erhielt zur Verfeinerung ein Vorhängeschloss. Die Auspuffabdeckung erhielt unten den Auspufftopf, der herausschaut, sowie ein entsprechendes Auspuffrohr. Entlang der äußeren Kante von Kettenabdeckung und Kotflügel klebte ich 0,1 mm Kupferdraht mit Sekundenkleber. Dieser Draht imitiert nach der Bemalung sehr schön die abgerundete Kante dieser Bleche. Außerdem wurden die Kettenabdeckungen und die Kotflügel von innen heraus mit dem Fräser der Minibohrmaschine verdünnt. Der vordere rechte Kotflügel sollte stark ramponiert dargestellt werden und wurde entsprechend verbogen. Die Sichtluken des ESCI-Modells sind zu klein, weshalb sie entfernt wurden. Die neuen Sichtluken sind Abgüsse des Sd. Kfz. 251 Ausf. C von ESCI. Des weiteren wurden die Motorraumklappen und Lufteinlässe der Oberwanne abgeschliffen und durch abgegossene des AL-BY Modells ersetzt. Direkt vor den Lufteinlässen sollte noch ein Blechstoß der Motorraum - Kampfraum - Trennwand nachgraviert werden. Die halbrunde Aufnahme der Verdeckspriegel vor dem MG entstand jeweils aus einem gebogenen, senkrecht und horizontal verklebten Plastikstreifen. Sämtliche Werkzeuge am Fahrzeug wie Drahtschere, Andrehkurbel, Wagenheber, Unterlegklotz, Spaten, Brechstange, Beil und Kreuzhacke wurden aus Plastikmaterial selbst erstellt und mit feinen Halterungen aus Bleifolie und 0,1 mm Kupferdraht versehen. Eine Plane aus Zinn von MMS habe ich auf der rechten Kettenabdeckung ergänzt, da mir dieser Bereich ansonsten zu "nackt" wirkte. Die Scheinwerfer sind wieder vom AL-BY Modell übernommen, da diese wesentlich größer und realistischer aussehen. Selbst die Kabel der Scheinwerfer wurden nicht vergessen. Der Notekscheinwerfer ist ein Teil aus der Grabbelkiste mit selbstgebauter Halterung. Die Peilstangen bestehen aus gezogenen Gießästen zwei verschiedener Stärken und wurden mit der dünneren Seite ein paar mal in Plastikkleber gestubbst. So entstanden die runden Kugeln am oberen Ende der Peilstangen. Der Spiegel wurde mit dem Punch & Die-Set ausgestanzt und mit Chromfolie beklebt, sowie mehrere Male mit glänzendem Klarlack bestrichen. Der Abstandshalter am Fahrzeugheck links ist das schon beim Tiger verwendete Fotoätzteil, welches mit Plastik verstärkt und abgegossen wurde. Auf der rechten Kettenabdeckung wurde das Rücklicht ebenfalls ergänzt. Die Anhängekupplung musste komplett selbst gebaut werden, da die entsprechenden Teile aus dem ESCI und AL-BY Bausätzen nicht zu verwenden waren. An der Rückwand des Panzeraufbaus, über der Einstiegsluke, wurde noch eine aus Bleifolie selbstgebogene Regenablaufrinne und eine Zurröse aus Kupferdraht ergänzt. Die Einstiegstür wurde aus einer 0,25 mm starken Plastikplatte hergestellt. Eine Halterung mit Verbandskasten musste noch ergänzt werden. Das Rote Kreuz auf diesem Verbandskasten musste selbst erstellt werden. Der weiße Untergrund wurde mit dem Punch & Die-Set aus einem weißen Abziehbild ausgestanzt und aufgebracht. Das rote Kreuz besteht aus zwei winzigen Streifen, aus einem Sowjetstern ausgeschnitten, welche kreuzförmig übereinander aufgebracht wurden. Um die Sache haltbar zu machen,mussten die Abziehbilder sofort mit Klarlack fixiert werden.Die gesamte Türverriegelung besteht aus dünnen gezogenen Gießästen, Plastikstreifen und Nieten aus Gießästen. Die Einstiegstür wurde jedoch erst nach der Bemalung befestigt. Ebenfalls nach der Bemalung wurde die Bewaffnung, bestehend aus einem MG 42 im vorderen Panzerschild und einem MG 34 im hinteren Fliegerschwenkarm, befestigt. Das Panzerschild stammt von Hasegawa Sd. Kfz. 251/22, musste jedoch erheblich verdünnt werden. Die Lafette des MG wurde in Anlehnung an Vorbildfotos gestaltet. Das MG selbst, auch aus dem Hasegawa-Bausatz stammend, wurde auch noch mit Kupferdraht und gezogenen Gießästen für Visiereinrichtungen, Rückstoßverstärker, Lauf und Spannhebel verfeinert. Der Patronengurt ist ein Fotoätzteil, dessen Herkunft und Hersteller ich leider nicht mehr feststellen konnte. Der Fliegerschwenkarm wurde aus Plastikrundmaterial selbst erstellt. Das MG 34 ist ein verbessertes ESCI-Teil vom Panther und erhielt eine Gurttrommel von MMS mit Kupfer-Tragegriff, sowie ein Kreiskorn zur Fliegerabwehr aus einem Aber-Fotoätzteilesatz für Flugzeugvisiere.

Der Fahrwerksbereich stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Vorderachse und die Vorderräder wurden vom AL-BY Modell abgegossen übernommen. Die Räder erhielten ein kleines Ventil aus Kupferdraht. An der Vorderachse mussten noch die Lenkeinrichtung, die Stoßdämpfer und die Federwegsbegrenzer ergänzt werden. Da der Schützenpanzer auf dem Diorama am Hang parkt, wird die rechte Seite eingefedert dargestellt. Dazu habe ich die Vorderradaufhängung schräg nach oben versetzt am Fahrzeug angebracht. Komplettiert wurde der Bereich um die Vorderachse durch die zwei Zughaken, eine Profilleiste sowie ein halbrundes Schutzschild. Nach einem Vergleich der Kettenlaufwerke von ESCI und AL-BY entschied ich mich für jene Teile von AL-BY, da diese wesentlich realistischer aussahen. Ein Problem beim AL-BY Laufwerk war jedoch dessen Gestaltung in einem Stück, d.h. Treibrad, Laufrollen, Leitrad und Kette sind ein großes Teil. Lediglich die zwei äußeren Laufrollen liegen lose bei. Ich wollte jedoch dieses Laufwerk abformen und abgießen, um den an und für sich schönen AL-BY Bausatz für spätere Projekte Komplett zu erhalten. Um den starken Hinterschneidungen diese Teiles zu begegnen, erstelle ich nach einigen missglückten Versuchen eine dreiteilige Silikonform. Ich hoffe, dass die beiliegende Skizze im Anhang des Bauberichtes dieses Unterfangen in seinen Grundzügen grob erläutern kann. Zuerst wurde der Bereich innerhalb der Ketten des außen sichtbaren Laufwerkes abgeformt, dann die Ketten rundherum, einen "Silikondeckel" darauf, und zum Schluss wurde der innere Laufwerkbereich mit Luftkanälen abgeformt. Das Foto zeigt jeweils Originalbausatzteil von AL-BY, jeweilige Silikonform und gegossene Teile der Vorderräder, rechtes/linkes Kettenlaufwerk und äußere Laufrollen. Nach dem Abgießen mussten die Laufwerksteile sorgfältig gesäubert und von einer eventuell auftretenden Fischhaut befreit werden. Zusätzlich sollten noch ein paar Kettenführungszähne ergänzt werden. Die Leiträder erhielten innen noch kleine Schraubenköpfe für die so verschraubten Gummipolster. Am Fahrzeug befestigt wurden die Ketten mit den Fahrwerksteilen 6 und 8 aus dem ESCI-Bausatz, sowie den Teilen 12 und 13, an welchen ein Drahtstück für die Kettenspanneinrichtung ergänzt wurde. Die Bemalung des Fahrzeuges erfolgte in panzergrauer Airbrush-Farbe von Revell. Dem folgte ein Washing mit schwarzbrauner verdünnter Ölfarbe. Die Kanten mussten im Anschluss trockengemalt werden. Nun konnten die Abziehbilder aufgebracht werden. Die Balkenkreuze sind aus meiner Grabbelkiste. Zu Beachten ist, dass das Balkenkreuz am Heck geteilt werden musste. Eine Hälfte befindet sich auf der Heckpanzerung, die andere auf der Einstiegstür. Das taktische Zeichen auf der Frontpanzerung wurde aus mehreren Symbolen aus den TL-Decalsätzen zusammengestückelt. Eine große Hilfe war mir dabei das entsprechende Buch von W. Fleischer aus dem PODZUN-PALLAS-Verlag. Demnach handelt es sich um einen leichten Schützenpanzerwagen einer Infanteriekompanie, welcher vorrangig für Aufklärungszwecke eingesetzt wurde. Das Fahrzeug erhielt eine sehr verwitterte Wintertarnung, welche durch Trockenmalen angedeutet wurde. Der Winteranstrich des Schützenpanzers wird gerade erneuert. Dieser wurde am Original oftmals mittels weißer Schlemmkreide aufgebracht. Am Modell besteht der Anstrich aus weißer, unverdünnt aufgetragener Ölfarbe. Dies ergibt sehr schöne Schlieren dick aufgetragener Farbe. Die unverdünnt aufgebrachte Ölfarbe brauchte jedoch einige Zeit zum Trocknen. Für die verkleckerten Farbtropfen habe ich meinen Ein-Haar-Pinsel verwendet. Die Anbringung von Rostspuren erfolgte mit verschieden braunen Pastellkreidepigmenten. Der angetrocknete Schlamm im unteren Fahrwerksbereich ist eine Mischung aus Gartenerde, Wasser und Weißleim. In die noch feuchte Masse wurde stellenweise Stärkemehl getupft, um Schnee darzustellen. Die MG`s wurden matt schwarz grundiert, mit verschiedenen Silbertönen trockengemalt und anschließend mit dem weichen Bleistift behandelt. Nach der Bemalung konnte das Fahrzeug mit den Fahrwerksteilen komplettiert werden. Zu guter Letzt erfolgte ein Überzug des Modells mit mattem Klarlack. Somit waren auch die Arbeiten am zweiten, kleinen, "schnell" zu bauenden Fahrzeug abgeschlossen.

Die Figuren
Die Figuren des Dioramas sind in eine kleine Handlung verwickelt. Der Tiger, damals größtes deutsches Panzerfahrzeug, erzeugte bei seinem Auftauchen großes Interesse. Aus diesem Grund läuft ein Soldat aus dem Haus, um zu sehen, was da vorbeifährt. Ein anderer schaut aus dem Fenster. Zwei Posten drehen gerade Ihre Runde, als der Tiger angefahren kommt. Einer bleibt verdutzt stehen, der andere will den Stehengebliebenen zur Seite schieben. Auch der Panzerkommandant fordert den stehengebliebenen Wachposten lauthals auf, doch bitte mal zur Seite zu gehen. Der Ladeschütze des Tigers sitzt eher unbeteiligt daneben. Ein Besatzungsmitglied des Sd. Kfz. 250 hat Befehl erhalten, dem Fahrzeug einen neuen Tarnanstrich zu verleihen. Er blickt in Richtung Tiger und verreißt dabei seinen Pinsel etwas. Die zwei Soldaten im Haus, bzw. Hauseingang, entstammen den Preiser Figurensätzen "Rastende Infanterie" und "Vorgehende Infanterie". Verschiedene Uniformteile, wie Kragen, Schulterklappen und Koppeltragegestellt sind aus Bleifolie nachgebildet. Die Bemalung der Uniformteile erfolgte mit Humbrol 78 für die Jacke und Humbrol 111 für die Hose. Der Panzerkommandant ist eine abgegossene Figur aus dem FCM Set "Gruppe Peiper". Der linke Arm wurde ausgetauscht, in die rechte Hand bekam er ein Fernglas mit Riemen von Preiser. Die Verkabelung besteht aus 0,1 mm Kupferdraht, der Bügel des Kopfhörers ist ein gebogenes Fotoätzteil aus der Grabbelkiste. Die Lederjacke könnte privaten Beständen entstammen oder wurde vom Kommandanten vom Feind erbeutet. Der Ladeschütze des Tigers trägt eine komplette Wintertarnbekleidung, bestehend aus Schneehemd und Hose. Da er ja sozusagen zur Elite gehört, hat er auch gleich noch eine Winterpelzmütze dazu bekommen. Diese trägt er jedoch nicht vorschriftsmäßig zusammengebunden über dem Kopf oder unter dem Kinn. Die Figur ist aus dem Set "Deutsche Fahrer" von Milicast. Die Arme sind ausgetauscht worden. Die beiden Flügel der Pelzmütze entstanden aus Bleifolie mit sehr dünn gezogenen Gießästen für die Schnüre. Die zwei Posten und der streichende Soldat wurden den Figurensätzen "Grenadiere Großdeutschland", "Deutsche Skijäger" und "Gruppe Peiper" von FCM entnommen. Bei allen drei Figuren wurden die Köpfe und Arme ausgetauscht, um die Körperhaltung entsprechend anzupassen. Der Mantel des stehenden Postens musste stark überarbeitet werden. Das umgehängte Bettlaken besteht im Modell aus kleinen Zellstofftaschentuchstückchen, welche mit Weißleim aufgebracht wurden. Seine Waffe ist eine russische PPsh 41 aus dem Waffensatz von EXTRA-TECH. Diese drei Figuren sollen vor allem deutlich machen, dass es der Wehrmachtsführung auch im zweiten harten Winter in Russland nicht gelungen war, die gesamte Truppe mit ordentlicher Winterkleidung auszurüsten. Der eine Posten trägt nur ein Schneehemd, der zweite musste sich ein Bettlaken umhängen, um sich wenigstens ansatzweise der Umgebung anzupassen. Der streichende Soldat hat einen russischen Wintertarnanzug erbeutet. Die roten Streifen identifizieren ihn als deutschen Soldaten. Die Bemalung der Hauptpartien der Figuren erfolgte mit Ölfarbe. Die weiße Wintertarnung wurde ebenfalls mit Ölfarbe bemalt. Durch entsprechendes Abtönen der weißen Farbe erhält man einen weicheren Übergang zwischen den dunkleren und helleren Partien der Kleidung. Die Verschmutzungen realisierte ich mit Pastellkreide.



 

Das Diorama
Entsprechend zugesägte und verleimte Sperrholzprofile begrenzen das Diorama. Die Oberfläche wurde mit Geländebauspachtelmasse aus dem Modelleisenbahnbedarf hergestellt. Im nächsten Schritt habe ich ein entsprechendes Loch für den Brunnen herausgearbeitet. Der Brunnen besteht aus Balsaholz und wurde von unten nach oben aufgebaut. Die Bemalung erfolgte in verschiedenen Brauntönen. Moose wurden mit grüner Pastellkreide nachgebildet. Als Wasser wurde das Zwei-Komponenten-Gießharz von Faller eingefüllt. Das Eis ist ein Stück Klarsichtmaterial, welches mit feinem Sandpapier bearbeitet wurde, um es milchig erscheinen zu lassen. In das noch flüssige Gießharz gelegt, umschließt dieses das Klarsichtmaterial,ohne dass es jedoch versinkt. Ein schöner Nebeneffekt ist die realistisch wirkende Luftblase unter dem Eis. Das russische Haus entstand komplett im Eigenbau. Dazu fertigte ich mir zuerst eine Schablone aus Pappe, um die Maße festzulegen und um eine Vorstellung der Größe des Hauses zu erhalten. Im nächsten Schritt entstand die vordere Wand. Nachdem aus einer 2 mm Plastikplatte die Fensterausschnitte herausgearbeitet wurden, beklebte ich diese Platte mit dünnem Balsaholz. Darauf folgte dann aus 0,1 mm starkem Plastik, entsprechend zugeschnitten, die Schicht, welche den Mauerputz darstellen soll. Risse im Putz und das sichtbare Holz wurden nachgraviert. Im Anschluss an die Vorderwand folgten die zwei Ecken, sowie die zwei Seitenwände. Die Fenster, die Eingangstür und der seitliche Vorbau wurden aus Balsaholz, welches sich sehr leicht verarbeiten lässt, erstellt. Um die raue Oberflächenstruktur des Mauerputzes darzustellen, mischte ich sehr feinen Quarzsand mit Weißleim und brachte diese Mischung auf. Das Dach entstand aus zugeschnittenen Plastikplatten und - profilen. Die Fensterscheiben bestehen aus Klarsichtmaterial, welches mit weißer Farbe trockengemalt wurde, um vereiste Scheiben darzustellen. Die Wände des Hauses habe ich matt Weiß bemalt. Die Alterung erfolgte mit Pastellkreide. Die Lackierung des Daches in Dunkelgrau mit anschließenden Trockenmalen brauchte nicht allzu gewissenhaft durchgeführt zu werden, da das Dach am Ende größtenteils mit Schnee bedeckt wurde. Die Eiszapfen entstanden aus klaren gezogenen Gießästen. Auf entsprechende Länge zugeschnitten und mit Plastikkleber an einander geklebt, sehen diese sehr realistisch aus. Im weiteren Verlauf der Arbeiten am Diorama wurde Static Gras aus dem Modelleisenbahnbedarf, allerdings farblich nachbehandelt, aufgebracht. Die kleinen Büsche sind sogenannte Echtholzsträucher, ebenfalls aus dem Modelleisenbahnbedarf. Diese mussten jedoch zu Büschen zusammengeklebt und in Brauntönen bemalt werden. Der kleine Baum besteht aus Ästchen feiner Wurzeln, welche meine Freundin in aufopferungsvollem Engagement auf Spaziergängen gesammelt hat. Der Baum wurde aus einer Vielzahl der feinen Wurzeln mit Holzleim und Sekundenkleber zusammengeleimt, mit der Spritzpistole farblich behandelt und mit mattem Klarlack versiegelt. Der Hebelarm zum Aufziehen der Wassereimer am Brunnen besteht ebenfalls aus entsprechenden Ästen der Wurzeln. Für den Schnee auf dem Diorama verwendete ich Produkte aus dem Programm von Rainershagener Naturals. Stellenweise, mit Ausnahme des Weges, wurde das Diorama mit weißer Dispersionsfarbe grundiert. Durch schrittweises Auftragen von verdünnten Rainershagener Mattklebers, Aufstreuen des Schnee mit einem großen Pinsel von oben, Aufkleben der Büsche, Figuren und Fahrzeuge wurde das Diorama von hinten nach vorn aufgebaut. Auf dem Weg wird nur sehr wenig, sehr verdünnter Kleber sowie Schnee aufgebracht. So erhält man eine dünnere Schneedecke mit durchscheinenden Untergrund. Nachdem der gesamte Schnee aufgebracht wurden ist, können in diesen noch Reifen- und Fußspuren eingedrückt werden. Dann wurde das Diorama zum Trocknen zur Seite gestellt. Zu guter Letzt wollte ich den Hauseingang noch etwas lebendiger gestalten. Zwei Katzen sollten her. Die entsprechenden Tiere von Preiser im Maßstab 1:87 musste ich jedoch mit Kupferdraht, Bleifolie und Spachtelmasse überarbeiten, da sie nicht sehr realistisch aussahen. Die Befestigung der Barthaare aus dünn gezogenen Gießästen war ein reines Geduldsspiel. Mit letzten kleinen Ausbesserungsarbeiten beendete ich den Bau des Dioramas nach ca. 7 Monaten.

Literaturhinweise
- W.J. Spielberger: "Panzerkampfwagen Tiger und seine Abarten"
-
Culver/Feist: "Tiger I und Sturmtiger im Detail"
-
New Vanguard Nr.5: "Tiger I Heavy Tank 1942-45"
- Squadron/signal puplication Nr.27: TIGER in Action
- Waffenarsenal Sonderband S20: Tiger I im Einsatz
- Franz Kurowski, Podzun-Pallas-Verlag: "Die TIGER kommen!"
- W.J. Spielberger: "Halbkettenfahrzeuge des deutschen Heeres 1909-1945"
- Culver/Feist: "Schützenpanzer"
- New Vanguard Nr.29: "German Armoured Cars and Reconnaissance Half-Tracks 1909-1945"
- Ledwoch, Band 19: "Sd. Kfz. 250"
- AFV Weapons Profile: Sd. Kfz. 250/251
- Wolfgang Fleischer, Podzun-Pallas-Verlag: " Taktische Zeichen auf den Fahrzeugen des deutschen Heeres 1939-45"
- Waffen-Arsenal, Band 178: Funkgeräte in gepanzerten Fahrzeugen der Wehrmacht
- Fleischer/Eiermann, Podzun-Pallas-Verlag: "Die motorisierten Schützen und Panzergrenadiere des deutschen Heeres"


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