Panzertransporter Mack AC4 Bulldog aus dem 1. Weltkrieg von RPM in 1/72

Das Vorbild:

Dieser amerikanische Lkw erhielt wegen seiner Zuverlässigkeit von den allierten Soldaten den Spitznamen Bulldogge, was sich später auch im Firmenenblem niederschlug. Von 1916 bis 1935 wurden 40.299 Stück gefertigt. Für den Antrieb sorgte ein 4-Zylinder-Motor von Hewitt-Masury. Letzte Exemplare dieses weltweit ersten Panzertransporters fuhren noch im Spanischen Bürgerkrieg (1936-39).

Das Modell:
Die Packung mit einem anregenden Deckelbild für den Dioramenbau enthält Teile aller vier Versionen, so daß einige Teile die Grabbelkiste bereichern. Das Plastik ist deutlich härter als bei der FT-17 Reihe von RPM. Die Paßgenauigkeit ist gut, nur bei der Anpassung der Motorhaube ans Chassis und am Führerhausdach mußte ich ein bißchen spachteln.Wer eine 1. Weltkrieg-Version bauen will, sollte auf die Räder mit den altmodischen Holzspeichen zurückgreifen und auf die überdimensionierte Stoßstange und die Zusatztanks unter der Pritsche verzichten. Weitere Teile sind zu dick geraten: z.B. die Lenkradsäule, die ich durch einen dünneren Draht ersetzte, damit sie durch das vorgesehene Loch paßte. An den Türen ergänzte ich zwei Griffe aus übrig gebliebenen Ätzteilen. Aus optischen Gründen habe ich ich die Löcher in der Ladefläche, die für die Seitenwände der Lkw-Version vorgesehen sind, verspachtelt. Am alten FT-17 Panzer von Matchbox, der einen Rundturm aus Gießharz von Alby erhielt, ergänzte ich noch die Verladekeile aus Holz und die Transportschienen aus Stahl. Der französische Fahrer und der Aufsicht führende Offizier der Artillerie Spéciale (= damaliger Name der Panzertruppe) sind mehr oder weniger Eigenbauten aus verschiedenen Materialien. Schöne Köpfe mit den typischen Adrian-Stahlhelmen findet man in dem alten Infanterieset von Airfix bzw. Hät. Der Anstrich erfolgte in einem typischen französischen Blau-Grau, um einen Kontrast zum Tarnanstrich des FT-17 zu erzeugen. An Abziehbildern habe ich nur vorne und hinten weiße fünfstellige Zahlen aus dem alten Matchbox-Bausatz angebracht. Man kann aber auch auf passende Nummern aus dem Decalbogen von RPM zurückgreifen, der eigentlich nur für Fahrzeuge der US Army gedacht ist. Seit neuestem gibt es auch Ätzteile der polnischen Firma Part für jede der vier Mack-Versionen.

Fazit:
Endlich ein schöner (mit detailliertem Motor) und bezahlbarer (dennoch Preise vergleichen!) Lkw-Bausatz des 1. Weltkriegs in Plastik! Das das Fahrzeug von mehreren Armeen gefahren wurde (USA, England, Frankreich, deutsche Beute?) ist es vielseitig einsetzbar, auch für Flugplatzdioramen.

Literatur:
Leider ist mir kein gescheites Buch über amerikanische Softskins des 1. Weltkriegs bekannt. Im Internet finden sich meist nur Aufnahmen von restaurierten Oldtimern und Wracks, welche zivile Versionen nach 1918 zeigen.

Jörg Schneider (IMM 279)

(c) Jörg IMM 279